Für die antiken Griechen vereinte die Skulptur des Menschen Ästhetik und symbolische Bedeutung. Schon lange vor den lebensechten Kunstwerken des Hellenismus zur Zeit Alexanders des Großen drückten antike Künstler ihre Bewunderung für die Ästhetik des Körpers aus, indem sie ihn gemäß ihrer Idealvorstellungen von Kraft, Schönheit und Sinnlichkeit gestalteten. Die Ausstellung zeichnet diese Sicht von den einfach gehaltenen, relativ unbeweglichen prähistorischen Figurinen bis zu den realitätsnahen Bildnissen des Hellenismus als Höhepunkt der griechischen Skulpturenkunst nach. Bildhauer ließen nach und nach immer weiter ausgreifende Bewegungen zu und verliehen den Figuren durch sorgfältig ausgeformtes Muskelspiel eine Dynamik, die sie gleichsam mitten in der Bewegung versteinern ließ.
Rund 150 Exponate versammelt die Sonderausstellung, darunter einige der bekanntesten griechischen Skulpturen der Antike. Werke der Meister Phidias, Myron und Polykleitos, darunter der Flussgott Ilissos und der sogenannte Discuswerfer, sind als Original oder als römische Kopie ausgestellt. Neben dem typischen weißen Marmor als Werkstoff werden auch Körper aus Terrakotta und Bronze sowie Vasenmalereien präsentiert. Die Objekte stammen zum Teil aus dem British Museum, es sind jedoch auch Leihgaben aus dem Parthenonmuseum (Athen) und dem Vatikanischen Museum (Rom) zu sehen; auch bislang nie gezeigte Werke werden dem Publikum zugänglich gemacht.
Die „Wiederentdeckung” griechischer Skulptur in der Neuzeit und deren Einflüsse auf Bildhauer wie Michelangelo sind ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung.





