Die Ausstellung geht von der Feststellung aus, dass wir in einer extrem visuell geprägten Kultur leben. Egal ob Werbung, Medien oder Politik – in praktisch allen Bereichen des Lebens spielen Bilder eine enorm wichtige Rolle. Gerade wegen dieser großen Macht der Bilder soll die Ausstellung ihre Besucher zu einem kritischen Umgang mit der alltäglichen Bilderflut ermutigen.
Die diversen Manipulationsarten veranschaulichen konkrete Beispiele, die in ihrem spezifischen historischen Kontext eingebettet und erklärt werden. Dabei illustriert die Ausstellung sowohl die technische Umsetzung als auch die Entlarvung und Rezeption der Lügen.
Im Mittelpunkt stehen die Grundmuster der Manipulation. Auf welch verschiedene Art und Weise Bilder lügen, verdeutlicht die Ausstellung anhand von zirka 300 Exponaten. Dabei wird der Besucher durch ein „Lügen-ABC“ geführt: von „A wie Aktuelles“ bis zu „Z wie Zukunft“. Die Bandbreite von Manipulationsmöglichkeiten beginnt mit dem direkten Eingriff ins Bild. Berühmtheit erlangte etwa ein Foto von einer Rede Lenins. Auf diesem wurden nachträglich Personen heraus retuschiert, die der sowjetischen Staatsführung später buchstäblich nicht mehr „ins Bild passten“.
Wie mit falschen Informationen zu den Bildern die Wahrheit verzerrt wird, zeigt das Beispiel „B wie Born“. Gemeint ist der freie Journalist Michael Born, dem es gelang, manipulierte Magazinbeiträge an verschiedene Fernsehsender zu verkaufen. Seine Beiträge logen mit gestellten Bildern und der begleitenden Kommentierung. So jubelte er etwa Anfang der 1990er Jahr dem renommierten Fernsehmagazin Stern TV gefälschte Reportagen unter. Die Sendung berichtete daraufhin beispielsweise über ein angebliches Treffen des Klu-Klux-Klan in der Eifel, das Born selbst inszeniert hatte.
Auch dem vielleicht bekanntesten Fall von Fälschung, dem Skandal um die angeblichen Hitler-Tagebücher, ist ein Kapitel gewidmet. Ein anderes Grundmuster der Manipulation ist die „Lüge mit Bildern“, die Täuschung durch eine bewusst verzerrende Zusammenstellung von Einzelbildern.
Die gesellschaftliche und politische Relevanz des Themas kommt besonders im Beispiel „F wie Führermythos“ zum Ausdruck. Hier wird gezeigt, wie es Adolf Hitler gelang, sich mittels der Kraft der Bilder zu inszenieren und zu einem geradezu übernatürlichen Wesen der „Vorsehung“ zu stilisieren.
Die Wanderausstellung entstand durch eine Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der Bundeszentrale für politische Bildung. Erstmals wurde sie 2003 im Berliner Deutschen Historischen Museum gezeigt, wo sie rasch zu einem Publikumsmagneten avancierte.





