In einem zeitlichen Bogen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart widmet sich die Ausstellung den großen Themenkomplexen Hexenglaube, Hexenverfolgung und Hexenrezeption. Ausgehend vom Weltbild des 16. und 17. Jahrhunderts werden Sie Zeuge, wie eine Vielfalt von Ursachen die Voraussetzung für die Hexenverfolgungen schuf. Religionskonflikte, Kriege und kleine Eiszeit, damit verbundene Agrarkrisen, Hungersnöte und Krankheiten, aber auch der Beginn eines neuen Medienzeitalters prägten den Lebensalltag, in dem Magie schichtübergreifend selbstverständlicher Bestandteil war. Kostbar eingefasste Bezoare (Magen- oder Nierensteine von Wiederkäuern), denen der Schutz vor Vergiftung zugeschrieben wurde, zeugen ebenso davon wie geweihte Benediktusglöckchen zur Abwehr von Hexenzauber und Unwettern.
Nur wenige Objekte sind uns heute überliefert, mit denen angeblich tatsächlich gezaubert wurde. Mit dem Hexengürtel des zehnjährigen Hans Zink aus Bettingen präsentiert die Ausstellung eine solche Ausnahme. Die dazugehörige Gerichtsakte von 1629 dokumentiert den Prozess, in dem von einem Kind behauptet wurde, es könne sich nachts mithilfe des Gürtels in einen Hasen verwandeln.
Zur Ausstellung erscheint ein umfassendes Begleitbuch, das die neuesten Forschungen zusammenfasst und tiefe Einblicke in ein vertrautes und doch so fremdes Thema gibt.
Parallel findet eine Mitmachausstellung für Kinder zum gleichen Thema statt.





