Also brach Hadrian im Jahr 121 zu einer großen Reise auf, die ihn fünf Jahre lang vom nördlichen England über Spanien und die Wüste Nordafrikas bis ins Zweistromland führte. Dabei sprach der Kaiser Recht, hörte Gesandte an und pflegte Kontakte zu den lokalen Eliten seines Reichs. Er inspizierte die Heere, stieß neue Bauprojekte an und ließ sich feiern. Für sich selbst wird ein gewissenhafter Regent wie Hadrian wenig Zeit gehabt haben. Eine Ausnahme stellte wohl sein kurzer Besuch in Sizilien dar. Bevor er 125 wieder in Rom eintraf, legte er hier einen Zwischenstopp ein, um den Ätna zu besteigen. Hadrian, so heißt es in den Schriftquellen, wollte dort den Sonnenaufgang genießen.
Aber vielleicht steckte dahinter auch eine politische Botschaft: Rund 100 Jahre zuvor soll der Vulkan den bei den Senatoren verhassten Kaiser Gaius Caligula durch seine Flammen, den Rauch und das Donnern so in Furcht versetzt haben, dass dieser die Insel fluchtartig wieder verließ. Hadrian wollte zeigen, dass er ein anderer Typ Herrscher war als der Tyrann Caligula. Einschüchtern ließ er sich weder von einem Vulkan noch von Aristokraten.





