Nach Neros Tod beschloss Kaiser Vespasian, dessen gigantischen Palast in der Innenstadt abzureißen und dem Volk diese Fläche „zurückzugeben“. Dazu gehörte die Errichtung des größten Amphitheaters der Antike mit Maßen von 156 Metern auf 188 Meter, das etwa 50 000 Menschen fasste. Nach dem Familiennamen des Kaisers hieß es „Amphitheatrum Flavium“. Erst viel später erhielt es den Rufnamen Kolosseum, wegen der wohl größten Bronzestatue der Antike, die direkt daneben stand.
Nach Vespasians Tod vollendete sein Sohn Titus den Prunkbau und bot im Jahr 80 n. Chr. alles auf, um die Untertanen zu beeindrucken: Der Schriftsteller Cassius Dio schwärmte ein Jahrhundert später von den hunderttägigen Eröffnungsspielen, bei denen Titus sogar die Arena fluten ließ, um eine Seeschlacht zu inszenieren. Es erscheint durchaus passend, dass dieser Ort blutiger Kämpfe auch aus der Beute finanziert wurde, die Rom kurz zuvor aus dem Jüdischen Krieg herangeschleppt hatte, darunter auch der siebenarmige Leuchter aus dem Tempel von Jerusalem.





