Beiden Aspekten widmet sich eine Sonderausstellung in Kloster Schussenried in Oberschwaben unter dem Titel „Das stille Örtchen – Tabu und Reinlichkeit bey Hofe“. Noch bis zum 18. September kann man sich hier mit der Entwicklung von „geheimem Gemach“ und Leibstuhl, von Badewanne und Waschkommode vertraut machen.
Ein sehr fortschrittliches Modell des Leibstuhls entwarf wahrscheinlich die Karlsruher Hofschreinerei für Schloss Schwetzingen: ein tragbares Wasserklosett. Erfunden worden war die technische Neuerung in England. Über eine hydraulische Mechanik wurde bei Absenken des Deckels eine Wasserspülung in Gang gesetzt, die durch einen hinteren Wassertank gespeist wurde. Zu sehen sind außerdem Kommoden mit eingebautem Nachtstuhl, Nachttöpfe aller Farben und Formen sowie historisches Toilettenpapier.
Das Waschen und Baden, Frisieren, Schminken und Parfümieren steht im zweiten Teil im Mittelpunkt. Präsentiert werden mit kunstvollen Intarsien versehene Waschkommoden, Rokoko‧bidets, Reisenecessaires, Flohfallen oder Parfümverdampfer. Die Schau wird anschließend noch in Schwetzingen, Ludwigsburg und Bad Mergentheim zu sehen sein.
Der Katalog zur Ausstellung vom Deutschen Kunstverlag (Berlin/München) bietet über die Exponate hinaus instruktive Aufsätze zum Thema.





