Angesichts der vielen offenen Fragen erlangt ein Eintrag im Reiserechnungsbuch des Passauer Bischofs Wolfger von Erla zum 11. November 1203 große Bedeutung. Diesem zufolge gab der Bischof dem „Sänger Walther von der Vogelweide 5 Schilling für einen Pelzrock“. Dies ist der einzige zeitgenössische Urkundenbeleg für den Dichter, der seinen Werken und Auftraggebern zufolge zu dieser Zeit in der Tat im bayerisch-österreichi-schen Raum anzutreffen war. Dieser Beleg reicht jedoch nicht aus, um im Passauer Raum die Heimat Walthers und in Wolfger einen großen Mäzen oder gar den Auftraggeber des Nibelungenlieds zu sehen. Der Eintrag im Rechnungsbuch weist Walther lediglich als fahrenden Sänger aus, der allerdings mit fünf Schillingen eine stattliche Summe ausbezahlt bekam.





