Zur Sprache kommen viele interessante Details, von der Proviantierung und Ernährung über die Notdurftverrichtung und die Körperpflege bis zu den verschiedenen Arten von Unterkünften, dem Umgang mit allen möglichen Formen der Sexualität und mit der oft grassierenden Trunksucht (wobei alkoholische Getränke als gesünder galten als das meist verseuchte Wasser). Anschaulich wird auch die schwierige Frage der Bekleidung und des Schuhwerks dargestellt – ein paar Schuhe reichte höchstens für einen Marsch von 350 Kilometern. Beschrieben werden die Leiden durch Krankheit oder Verwundung und der – oft qualvolle – Tod auf dem Schlachtfeld, dazu das Schicksal der Gefangenschaft. Schließlich wird das Problem soldatischer Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung nicht ausgespart, ebenso wenig das der Selbstverstümmelung, um dem Dienst zu entgehen.
Das Buch schildert nicht nur das einfache Soldatenleben, sondern ist mit seinen eingestreuten Selbstzeugnissen, Abschnitten zur Orientierung über die Ereignisgeschichte und seinen Abbildungen eine gelungene Mischung von spannender Unterhaltung und solider Information. Dafür verzeiht man gern, dass Übersetzungen aus dem Französischen nicht immer perfekt und auch manche Ereignisse nicht genau datiert sind. Insgesamt handelt es sich um ein ansprechendes kleines Werk, das jeder am Zeitalter Napoleons Interessierte gerne zur Hand nehmen wird.
Rezension: Erbe, Michael





