Als sich die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien seit 1991 aufzulösen begann, entwickelte sich die Situation in den Teilrepubliken des Vielvölkerstaates sehr unterschiedlich. Während Slowenien nach einem nur zehntägigen Konflikt, Mazedonien gar friedlich den Bundesstaat verließ, brachen in Kroatien und Bosnien-Herzegowina langjährige, mit großer Härte geführte Kriege aus. Zurück blieb schließlich die Bundesrepublik Jugoslawien, bestehend aus Serbien und Montenegro und den Serbien zugeordneten autonomen Provinzen Vojvodina und Kosovo.
Wirtschaftlich eher unbedeutend und von einer albanischsprachigen Mehrheitsbevölkerung bewohnt, spielte und spielt der Kosovo im Selbstverständnis der Serben eine besondere Rolle. 1389 widersetzte sich in der Schlacht auf dem Amselfeld ein Bündnis lokaler Fürsten unter Lazar Hrebeljanović den Expansionsbestrebungen des osmanischen Sultans Murad I. Zwar fielen gleich beide Heerführer, die Fürsten mussten in der Folge jedoch die osmanische Oberherrschaft anerkennen. Rückblickend wurde die Schlacht zur Geburtsstunde und der Kosovo (von kos = Amsel) zum Schicksalsort der serbischen Nation stilisiert. Als das Königreich Serbien die Region in den Balkankriegen der Jahre 1912/13 eroberte, kam es zu blutigen Vertreibungen der albanischsprachigen Bevölkerung. 1919 formierte sich Widerstand, doch auf der Pariser Friedenskonferenz fand die kosovarische Delegation kein Gehör. Der Kosovo verblieb im neugegründeten Königreich Jugoslawien.





