Steinacher zeigt unter anderem an prominenten Kriegsverbrechern wie Josef Mengele oder Adolf Eichmann, wie diese auf ihrer Flucht über Italien von zahlreichen Institutionen und Mittelsmännern profitieren konnten. Das Rote Kreuz und der Vatikan gaben zum Beispiel sehr unkritisch Pässe an fast jeden „Flüchtling“ heraus und überprüften nicht die Identität der Personen. Dies machte eine Verschleierung der eigenen Herkunft leicht. Zudem gab es Mittelsmänner in Südtirol, das sich nach dem Krieg in einem völkerrechtlichen Schwebezustand befand und dadurch zum Schlupfloch vieler Nazis wurde.
Der Autor kann in seinem Buch überzeugend darlegen, wie auch andere Mächte zu Fluchthelfern der Nationalsozialisten wurden. So waren es nicht nur die Amerikaner, die ihre geheimdienstlichen Verbindungen nutzten, um SS-Männer in die USA zu bringen, weil sie von deren Know-how im Kalten Krieg profitieren wollten. Die argentinische Regierung war genauso an Angehörigen der deutschen Streitkräfte interessiert, um durch deren Wissen ihre Wirtschaft und das Militär zu stärken.
Rezension: Lange, Timo





