Ledigen Frauen standen im 19. Jahrhundert nur wenige Möglichkeiten offen, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. So finanzierte der Verein den zumeist bürgerlichen Frauen Kurse an Ausbildungsstätten und unterhielt von 1872 an auch eigene Schulen. Hier konnten sich Frauen nicht nur in den traditionellen weiblichen Feldern wie Hauswirtschaft und Krankenpflege fortbilden, sondern neue Berufsfelder erschließen: als Telegraphistin, Schriftsetzerin, Fotografin, Buchbinderin oder Technische Assistentin. Dennoch: Die höchste und naturgegebene Berufung der Frau, darin waren sich die Gründungsmitglieder einig, sei immer noch die der Ehefrau und Mutter. Ebenso lag es nicht in ihren Absichten, eine politische Gleichberechtigung der Frauen voranzutreiben. Mit der Vergrößerung der Bildungschancen trug der heute noch bestehende Lette-Verein trotzdem seinen Teil zur Frauenemanzipation bei.





