Nach fast 450 Jahren als Kloster und jeweils mehr als einem Jahrhundert als Adelssitz und Altersheim dient die Kartause seit September 2014 als Standort einer Privatschule. Vor dem Umbau grub sich ein neunköpfiges Team 14 Monate lang durch die rund 4500 Quadratmeter große Fläche. 1721 Funde kamen so ans Licht, darunter originalverputze Reste einer Kirchenmauer, die Sakristei, Treppenanlagen und Gräber von Mönchen und Stiftern. Die Grabungsergebnisse wurden mit modernster Computertechnik erfasst und ausgewertet.
In den Kartäuserklöstern verbindet sich die Lebensweise der Mönche als Einsiedler mit klösterlicher Gemeinschaft. Die Ausstellung zeugt von der wechselvollen Geschichte der Freiburger Kartause, die auf das Jahr 1346 zurückgeht: Der Bürgermeister und Ritter Johannes Snewlin stiftete dem Kartäuserorden damals das Gelände zum Bau eines Klosters mit zunächst zwei Mönchszellen. Im Lauf der Jahre entwickelte sich daraus eine stattliche Anlage mit Häuschen für zwölf Chormönche.
Im frühen 16. Jahrhundert kamen ein Speisesaal, eine Mühle, eine neue spätgotische Kirche und eine große Klosterbibliothek hinzu. Nach Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster um eine barocke dreiflügelige Hofanlage erweitert. 1782 ordnete Kaiser Joseph II. die Aufhebung aller Kartäuserklöster an. Gebäude und Grundbesitz fielen an den Staat und wurden als Adelslandsitz verkauft.
1894 ging das Anwesen in den Besitz der Heiliggeistspitalstiftung über und wurde bis 2008 als Alten- und Pflegeheim genutzt. Anschließend diente es vier Jahre lang als Lager für die Kunstschätze der Städtischen Museen Freiburg. Nach dem Verkauf an die Robert-Bosch-Stiftung begann dann der Umbau für das inzwischen eröffnete erste United World College in Deutschland.





