Die Lösung fand der englische Landarzt Edward Jenner in einem Kuhstall. Ihm (wie vor ihm schon dem Farmer Benjamin Jesty und anderen) war aufgefallen, dass Melkerinnen, die sich mit den für Menschen vergleichsweise harmlosen Kuhpocken infiziert hatten, fortan immun gegen die Variola-Infektion waren. Am 14. Mai 1796 infizierte Jenner den achtjähri‧gen James Phipps mit den Kuhpocken. Sechs Wochen später impfte er den Jungen schließlich mit Variola-Viren, und siehe da: James Phipps erkrankte nicht an Pocken. Weitere Tests machten immer wahrscheinlicher, dass die „Vakzina‧tion“ (von lateinisch vacca, die Kuh) mit Kuhpocken einen sicheren Schutz vor Menschenpocken darstellte: Der Geimpfte hatte lediglich mit leichtem Fieber und Unwohlsein zu rechnen. Jenners Verfahren setzte sich allmählich in ganz Europa durch.





