Als die Landesfürsten am Ende des 15. Jahrhunderts gestärkt aus den Konflikten mit dem Kaiser hervorgegangen waren, wandelte sich mit deren neuer politischer Bedeutung auch der Stellenwert der Kunst am Hof. Im Spannungsfeld zwischen Fürst, Stadtpatriziat und Kirche entwickelten sich facettenreiche Modelle der Beschäftigung von Künstlern. In diesem Prozess gewannen gerade Malerei und Grafik als mobile und reproduzierbare Medien an Bedeutung. Durch sie gelang es, die kulturellen Leistungen der Höfe europaweit zu verbreiten. In der neuen fürstlichen Repräsentation rückte etwa die Porträtmalerei als neue Gattung in den Mittelpunkt des Künstler- und Fürsteninteresses. Neben der Porträtmalerei und dem Krypto-Porträt, das den Landesherren in der Gestalt eines Heiligen zeigt, kümmerten sich Künstler auch mit Entwürfen zu Schmuck oder Kleidung um die höfische Repräsentation. Die Ausstellung hat sich zum Ziel gesetzt, anhand prägnanter Werke die vielfältigen Aufgaben der an Höfen tätigen Künstler und deren gesteigerte Bedeutung für die fürstliche Repräsentation in ihrer medialen Vielfalt anschaulich nachzuzeichnen. Ein besonderes Augenmerk kommt dabei dem für das Alte Reich vorbildhaft wirkenden Hof Kaiser Maximilians I. sowie dem kulturell herausragenden sächsischen Kurfürstenhof unter Friedrich dem Weisen zu.
Dem Publikum wird ein breites Spektrum an Künstlerpersönlichkeiten präsentiert, die an den Höfen des Alten Reichs tätig waren. Zahlreiche Werke von Jacopo de’ Barbari, Lucas Cranach d.Ä., Albrecht Dürer, Adriano Fiorentino, Hans Holbein d. Ä. und Hans Holbein d. J. illustrieren die Vielfalt und Leistungsfähigkeit von Werkstätten der Zeit.





