Bei archäologischen Grabungen spielt das Artefakt selbst oft eine eher untergeordnete Rolle. Viel bedeutsamer ist in der Regel der Kontext, in dem das Objekt aufgefunden wurde. So können anhand der Fundorte von Kleingegenständen wie Geschossen oder Schuhnägeln, die für sich nicht allzu spektakulär erscheinen, ganze historische Schlachtordnungen rekonstruiert werden. Bei wissenschaftlichen Grabungen dokumentieren die Archäologen daher penibel alle Einzelheiten zu Fundort und Lage.
Im Falle der illegalen Jagd nach Schätzen, wobei diese beispielsweise mit Metallsonden aufgespürt und über das Internet angeboten werden, geht dieser entscheidende Informationsgehalt unwiederbringlich verloren. Auch andere wissenschaftliche Disziplinen wie die Ethnologie, die Geowissenschaften oder die Paläontologie leiden unter privaten „Schatzsuchern“ und dem illegalen Handel mit Artefakten. Zentrales Thema der Ausstellung sind daher auch die Spielregeln, unter denen Zusammenarbeit zwischen Laien und Wissenschaft möglich ist.
Die Ausstellung (Damm 38-44, 26135 Oldenburg, Tel: 0441-9244300) zeigt etwa 30 Exponate und thematisiert beispielhaft die Fundgeschichten des Schlachtfeldes am Harthorn, der Himmelsscheibe von Nebra und der Goldscheibenfibel von Wechloy. Für Kinder wird mit Texten auf Kindesaugenhöhe, Mitmach-Exponaten und einer durch die Ausstellung führenden Identifikationsfigur eine eigene inhaltliche Ebene angeboten.





