Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass die Münzen weitaus mehr als ein Zahlungsmittel darstellen. Schon in der römischen Antike zierten Kaiserporträts die Geldstücke. Dass die staatlichen Machthaber auf den Zahlungsmitteln abgebildet waren, lag nahe: waren sie es doch, die das Geld herstellen ließen und dessen Wert garantierten.
In der Ausstellung wird deutlich, dass diese Tradition Bestand hatte: Über die Jahrhunderte hinweg dominierten die Porträts und Symbole weltlicher und geistlicher Herrscher die Darstellung auf den Münzen. Das Geld diente also nicht nur als Währung, sondern war auch ein Medium der herrschaftlichen Selbstdarstellung und Propaganda. Die Antlitze der Mächtigen offenbaren dabei sowohl menschliche Eitelkeit als auch institutionelle Selbstsicherheit.
Unter den mittelalterlichen Münzen finden sich wahre Kunstwerke romanischer Kunst, Geldstücke aus dem 14. und 15. Jahrhundert sind mit kunstvollen, spätgotischen Ornamenten versehen. Beim Gang durch das Kabinett fällt auf, wie sich die Motive auf den Münzen im Lauf der Zeit wandelten.
Eine besondere Zäsur bedeutet das Jahr 1500. Im 16. Jahrhundert kommen große Silbermünzen auf, die wesentlich größer waren als die vorhergehenden Geldstücke. Sie hatten einen Durchmesser von vier Zentimetern und ein Gewicht von zirka 30 Gramm. Die große Fläche eröffnete neue Gestaltungsmöglichkeiten. Anstatt wie bisher nur die Porträts der Mächtigen zu zeigen, zierte nun eine Vielzahl von Motiven die Münzoberflächen. Dies ging bis hin zur Darstellung ganzer Bildszenen. Geprägt wurden fortan etwa Wappenschilder, Allegorien und Embleme, Landschaften und Stadtansichten.





