Jüngste Untersuchungen der Shakespeare-Forscherin Hildegard Hammerschmidt-Hummel, die in ihrem gerade erschienenen neuen Buch “Und das Flower-Porträt ist doch echt” vorgestellt werden, belegen erneut – auf der Grundlage neuesten, von der Autorin aufgedeckten Beweismaterials – die Authentizität dieses Porträts, das lange Zeit erst in die Zeit um 1800 datiert worden war. Die Echtheit dieses Bildes hatte sie bereits 1995/96 unter Mitwirkung von BKA-Experten und Medizinern erstmals nachweisen können. Die aktuellen Befunde Hammerschmidt-Hummels enthüllen, dass zwei – bisher nicht deklarierte – Kopien des Flower-Porträts existieren. Beide Kopien werden irrtümlicherweise als Original ausgegeben. Diese Reproduktionen unterscheiden sich eklatant vom Originalbild und auch erkennbar von einander. Beide waren Gegenstand der Untersuchungen in den Laboratorien der National Portrait Gallery in London im Jahre 2005. Von einer Kopie wurde ein Röntgenbild gemacht, von der anderen eine Farbanalyse. Das offenbar bereits seit ca. 1999 verschollene Originalbild hingegen wurde nachweislich nicht untersucht.
Hammerschmidt-Hummel setzte zu einer nochmaligen, umfassenden Überprüfung des Sachverhalts an, nachdem Dr. Tarnya Cooper, zuständige Kuratorin der National Portrait Gallery, im Vorfeld ihrer Ausstellung ”Searching for Shakespeare” (2006) und in ihrem gleichnamigen Katalog die Authentizität des Flower-Porträts in Frage gestellt hatte. Mit Genehmigung des Kurators der Royal Shakespeare Company in Stratford-upon-Avon, David Howells, inspizierte sie im Januar 2007 im Depot der Gemäldesammlung der Gesellschaft das von der Ausstellung zurückgekehrte Flower-Porträt noch einmal gründlichst. Die Shakespeare-Expertin hielt die Beschaffenheit der Tafel (Oberfläche, Rückseite, Ecken und Kanten) fotodokumentarisch fest. Zudem analysierte sie den BBC-Dokumentarfilm ”The Flower Portrait”, der ihr von dem BBC-Produzenten John Hay mit dem Time Code der BBC zur Verfügung gestellt wurde. Dieser Film präsentierte Coopers Ergebnisse im April 2005 einem weltweiten Publikum. Bei der Auswertung ihres neuen Bildmaterials arbeitete Hammerschmidt-Hummel wiederum mit einer Gruppe internationaler Experten zusammen, darunter ein Kriminologe, ein Experte für Alte Meister, ein Dermatologe, ein Radiologe, ein Konservator, eine Restauratorin, ein Inschriftenexperte und ein weiterer Shakespeare-Forscher.
Der von der Shakespeare-Forscherin hinzugezogene Radiologe und Experte für Röntgenaufnahmen Alter Meister, Prof. Volker Menges, stellte fest, dass das von Hammerschmidt-Hummel 1995/96 für echt befundene Flower-Porträt Shakespeares (so benannt nach dem früheren Besitzer Edgar Flower), auf dem sie (in Übereinstimmung mit anderen authentischen Bildnissen des Dichters) Krankheitsmerkmale entdeckte und durch Fachmediziner diagnostizieren ließ, in allen Einzelheiten mit der 1966 im Londoner Courtauld-Institute durchgeführten Röntgenaufnahme des Flower-Porträts in Einklang steht. Nur dieses Röntgenbild, so der Radiologe, weise alle Kriterien eines alten, aus der Shakespeare-Zeit stammenden Porträts auf. Er kommt zu dem Schluss, dass diese Röntgenaufnahme kopiert und im Katalog Searching for Shakespeare als neues Röntgenbild aus dem Jahre 2005 abgebildet wurde.





