Kanzler Konrad Adenauer überraschte mit seiner Personalentscheidung für die Behördenleitung: Er selbst übernahm das Amt des Außenministers und bündelte damit Regierungsspitze und Diplomatie in einer Hand – ein Schritt, der für erhebliche Kritik aus dem Parlament sorgte. Zugleich lag über dem Neubeginn ein Schatten: In den frühen Jahren prägten personelle Kontinuitäten die neue Behörde bis hin zu Spitzenbeamten, die zuvor in das NS-Regime verstrickt gewesen waren. Im politischen Betrieb jener Zeit stand jedoch zunächst die außenpolitische Handlungsfähigkeit im Vordergrund. Das wiedergegründete Amt markierte so den Übergang von der verwalteten Nachkriegszone zum handlungsfähigen Staat. Die deutsche Teilung bedeutete für die Diplomatie aber auch die Arbeit an der Wiederannäherung.





