Fragender Blick auf die berühmten Transportgefäße der Antike: Amphoren wurden bereits seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. in standardisierten Formen und Größen herstellten, verdeutlichen Untersuchungsergebnisse eines internationalen Forscherteams. Dabei zeichnet sich ab, wie die Menschen schon damals bestimmte Aspekte der Keramiken anpassten, um Transport und Handel zu optimieren sowie auf Marktentwicklungen zu reagieren, sagen die Wissenschaftler.
“Die hohe Anzahl an Transportamphoren, die als archäologische Funde zur Verfügung stehen, bietet die Möglichkeit, mehr über die Wirtschaft in der Zeit vom 1. Jahrtausend v. Chr. bis zum 15. Jahrhundert n. Chr. zu erfahren“, sagt Horacio González Cesteros von der Complutense-Universität Madrid. Er gehört zu dem Team aus österreichischen, britischen und spanischen Forschern, die sich mit der Entwicklung der Amphoren beschäftigt hat. Für ihre Publikation trugen sie verschiedene Untersuchungsergebnisse mit Bezug zu den Gefäßen zusammen, die in vorrömischer, römischer und byzantinischer Zeit eingesetzt wurden. Dabei erfassten und verglichen sie die Form, das Fassungsvermögen, Stempel und Beschriftungen, Materialzusammensetzung und Handwerkstechniken.
Standardisierung lohnte sich
Wie die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) berichtet, verdeutlichten die Untersuchungsergebnisse, dass bereits früh ein Standardisierungsprozess bei der Produktion der Transportgefäße einsetzte. Dies zeichnete sich demnach schon im 1. Jahrtausend v. Chr. ab und intensivierte sich dann später. Es wird dabei deutlich, wie sich die Produktionsstätten an veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen anpassten: Erhöhte Nachfrage führte etwa dazu, dass sich bestimmte Amphorenformen fest etablierten und variantenreichere lokale Formen nicht mehr produziert wurden. Es zeichnet sich beispielsweise ab, dass das typische Verhältnis von Volumen zu Gewicht regelmäßig erhöht wurde, um die Versorgung im wachsenden Römischen Imperium mit Waren aus den Provinzen zu optimieren.
Außerdem konnten die Standardformen beispielsweise davon geprägt sein, wie gut sie eine Person alleine tragen konnte oder ob sie für den Transport per Land, Fluss oder Meer vorgesehen waren. Vergleichbar mit heutigen Frachtbehältern, wie den bekannten ISO-Containern, war der Grund für die Normierung vor allem eine effiziente Transportlogistik sowie die optimale Abstimmung von Produktions- und Absatzprozessen, schreibt die ÖAW. Die Ergebnisse geben damit auch Einblick in die starke Vernetzung und hohe Komplexität der damaligen Wirtschaft. Dazu sagt González Cesteros: „Wir verstehen nun besser, wie landwirtschaftliche Massenprodukte verpackt und effizient über große Entfernungen transportiert wurden“.





