Als erste Station auf der Reise zu den nordbayrischen Industrieplätzen bietet sich Sulzbach-Rosenberg an. Hier gibt es neben dem Stadtmuseum auch die Möglichkeit auf dem Bergbaupfad direkt zu den bedeutenden Schauplätzen der Hochindustrialisierung, zum Beispiel der Maxhütte, zu wandern. Die Maxhütte war das einzige kombinierte Stahl- und Hüttenwerk Deutschlands. Sie fasste alle Arbeitsschritte, von der Anlieferung des Erzes bis zur Auslieferung des fertigen Endproduktes, unter einem Dach zusammen. Das Stahlwerk wurde 1889 in Betrieb genommen und 2002 endgültig geschlossen. Seitdem wurde nichts verändert. Die Anlage kann derzeit nur von außen betrachtet werden. Der Umbau zu einem Kulturforum ist geplant.
Weit in die Geschichte zurück reichen die Anfänge des Hauses, das heute das Stadtmuseum beherbergt. Im Zuge der Stadterweiterung unter Kaiser Karl IV., Mitte des 14. Jahrhunderts, wurde es erbaut. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt das Haus die Schmiedegerechtigkeit, das Recht eine Schmiede zu betreiben. Noch heute erinnern die Ausstellungsräume an diesen Vorläufer der industriellen Zeit. In der Region wurde auch Ockerbergbau betrieben. Die Herstellung des „Amberger Gelb“, einer mineralischen Farbe, kann im Museum ebenfalls verfolgt werden. Daneben sind weitere in der Region vorhandene Mineralien und Erze ausgestellt. An den Erzbau erinnert ein von Bergleuten in traditioneller Handwerksart errichteter Stolleneinbau mit Hunt (Förderwagen) und Bergmann. Der Erzbergbau im Sulzbacher Raum hatte im Mittelalter seine größte Blüte. Die Oberpfalz wird daher auch als Ruhrgebiet des Mittelalters bezeichnet. Erst 1977 wurde der letzte Bergwerksschacht im Stadtgebiet stillgelegt. Die Entwicklung der Maxhütte von 1864 bis 1986 dokumentiert das Museum unter anderem anhand der Schutzkleidung. Auch die bescheidenen Wohnverhältnisse der Maxhüttenarbeiter wurden rekonstruiert und in Kontrast zur Wohnsituation der Bürgermeisterfamilie Tretzel aus dem 18./19. Jahrhundert gesetzt.
Die Nordbayerische Industriestraße führt weiter ins Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern. 1978 eröffnet, hat es die Aufgabe den Bergbau und die Industrie des gesamten ostbayerischen Raumes zu erforschen, zu dokumentieren und auszustellen. Thematisch stellt das Museum zunächst die Mineralvorkommen der Region dar, die als mineralische Rohstoffe industriell verwertet wurden. Der für die Region lange Zeit wichtigste Rohstoff war das Eisenerz. Daneben wurden auch die metallischen Rohstoffe Gold, Blei, Kupfer und Zink abgebaut. Bei den Energierohstoffen kam dem Braunkohle-Abbau im 20. Jahrhundert die größte Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu. Die Industrialisierung kam in Ostbayern durch den Eisenbahnbau in Gang. Dieser belebte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die ansässige Stahlindustrie. Die Ausstellung zeigt verschiedene Verfahren zur Stahlerzeugung auf. Daneben werden auch die Entwicklung der Metallverarbeitung und des Druckgewerbes aufgezeigt. Das Augenmerk liegt dabei auf den Produktionsabläufen und -techniken sowie deren Wandel im Zuge der Rationalisierung.





