Ein eiserner Sarkophag dominiert den Ausstellungsraum. Die Dame mit einem Gesicht aus Holz scheint einen bodenlangen Mantel aus Eisen zu tragen, der sich öffnen lässt und sein Innerstes freigibt. Manch einem mag die Dame bekannt sein: aus Bram Stokers Gruselgeschichten oder aus dem Horrorfilm „Sleepy Hollow“ des US-amerikanischen Filmemachers Tim Burton, wo sie als Folterinstrument auftaucht.
Sie steht sinnbildlich für das dunkle Mittelalter mit seinen sadistischen Foltermethoden und barbarischen Strafen und ist das Highlight der Ausstellung des Mittelalterlichen Kriminalmuseums in Rothenburg ob der Tauber. Dabei war sie niemals zur Vollstreckung der Todesstrafe im Mittelalter verwendet worden, sondern ist eine Erfindung der Neuzeit. Nicht nur ihre Rezeption, sondern ihre eigene Geschichte beginnt mit einem Mythos, demzufolge sie mit ihren in der Innenseite befestigten Dornen Verurteilte verletzte und schließlich sogar zu Tode brachte.





