Die Entdeckung des Mannes aus dem Übergang von der Stein- zur Kupferzeit kam einer Sensation gleich. Gemessen am Alter des Toten – Ötzi starb vor etwa 5300 Jahren – sind nicht nur der Körper, sondern auch seine Ausrüstungsgegenstände hervorragend erhalten und bieten sozusagen einen direkten Blick in die Welt der Menschen dieser Zeit. So konnte nicht nur herausgefunden werden, wie Ötzi sich ernährt hatte, wie seine Kleidung ausgesehen haben könnte und wie sie hergestellt wurde, auch das Aussehen des Mannes selbst ist nach wie vor Gegenstand des allgemeinen Interesses.
In der Ausstellung können sich Besucher nun selbst ein Bild über den aktuellen Forschungsstand machen. Eine lebensgroße Rekonstruktion versucht, den heutigen Menschen ein Bild zu vermitteln, wie Ötzi aussah, als er sich auf den Weg über die Alpen machte: Er trug Schuhe aus Gras, enge Beinkleider, einen Mantel aus Ziegenfellstreifen und eine Bärenfellmütze. Als Kontrast zur Rekonstruktion ermöglicht eine Live-Übertragung aus dem Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen dem Besucher, die reale Eismumie am Ort ihrer Aufbewahrung zu betrachten. Weiterhin bringen zahlreiche Exponate aus der späten Stein- und der frühen Kupferzeit dem Besucher diese Lebenswelt näher. Die Metallverarbeitung, die damals ihren Anfang nahm, prägte den technologischen Fortschritt des Menschen nachhaltig. Doch vieles liegt auch noch im Dunkeln – die Schau, die noch bis zum 29. November 2015 zu sehen sein wird, zeigt auch auf, welche Fragen bislang noch nicht beantwortet werden konnten.





