Der Steinzeit-„Walk” führt von Detmold über Herne bis nach Bonn – zu den drei Ausstellungsorten der großen Archäologischen Landesausstellung NRW, die ab 5. September 2015 zunächst im LVR-LandesMuseum Bonn zu sehen ist und nachfolgend im Lippischen Landesmuseum Detmold (2016) und im LWL-Museum für Archäologie (2017).
Das Experiment greift das Schwerpunktthema der großen Landesausstellung auf, die unter dem Titel „REVOLUTION jungSTEINZEIT” eine der bedeutendsten Epochen der Menschheitsgeschichte beleuchtet – das Neolithikum, die Jungsteinzeit. In dieser Zeit, vor rund 7000 Jahren, vollzog sich ein fundamentaler Wandel: Der Mensch, der bis dahin als Jäger und Sammler mit der Natur lebte, wird sesshaft und greift massiv in seine Umwelt ein. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Zeit, der „Ötzi”, ist Namensgeber dieses ersten Steinzeit-Reiseexperiments in NRW.
Nahrung aus der Natur, übernachten im Wald
Die drei „Ötzi-Walker” – die Biologin und Fotografin Veronika Hocke, der Archäologe und Landschaftsführer Marco Hocke sowie der Pädagoge Lukas Heinen – werden sich in den beiden Wochen ihrer Wanderung weitestgehend aus der Natur ernähren und im Wald übernachten. Dabei testen sie die Funktionalität und Belastbarkeit archäologisch belegter Kleidungsstücke und Werkzeuge, die sie im Vorfeld des Experiments selbst angefertigt haben.
„Es wird sich zeigen, ob wir als moderne Reisegruppe damit unseren Alltag meistern können”, so Marco Hocke. „Auf unseren Stationen in Detmold, Herne und Bonn werden wir interessierten Besuchern unsere Ausrüstung vorstellen, die faszinierende Alltagswelt der ersten Ackerbauern erklären und natürlich auch über unsere bisherigen Reiseerfahrungen berichten”, so Hocke weiter.
Ganz auf moderne Technik verzichtet die Gruppe aber dann doch nicht: „Wir nutzen beispielsweise das Smartphone und die Kamera, um unseren Reiseweg auf dem Blog der Landesausstellung zu dokumentieren” (www.revolution-jungsteinzeit.de). Veronika Hocke, die Biologin des Teams, sieht darin keinen Widerspruch: „Wenn es eng wird, werden wir auf moderne Hilfsmittel zurückgreifen. Dies werden wir natürlich dokumentieren, um am Ende beurteilen zu können, inwieweit uns heutigen Menschen ein Leben unter steinzeitlichen Bedingungen überhaupt noch möglich wäre.”





