Das Verbot war demnach als ein politisches Signal zu verstehen; wirklich durchgesetzt wurde es, soweit wir wissen, nie. Und so bedeutete das Edikt auch keineswegs das Ende der Olympischen Spiele. Anders ließe sich nicht erklären, warum 426 Theodosius II. den Zeus-Tempel in Olympia schließen und die Spiele erneut einstellen ließ. Die archäologischen Befunde weisen darauf hin, dass in Olympia sogar nach diesem Verbot weiterhin Sportveranstaltungen stattfanden, wenn auch in bescheidenerem Umfang.
Das Ende der antiken Tradition wurde schließlich nicht durch ein Gesetz bewirkt, sondern kam durch Feuer und Schwert: Der Ort Olympia wurde durch Einfälle der Goten und nach 580 der Slawen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kam, dass sich der heidnische Sportkult ohnehin überlebt hatte. In neuem Gewand wurden die Olympischen Spiele erst im Jahr 1896 wiederaufgenommen; sie fanden in Athen statt.





