In der ständigen Ausstellung „Vom Stadtgrund bis zur Doppelspitze“ bietet die Nikolaikirche bereits einen Schwerpunkt zur Kirchenmusik an, der die älteste erhaltene Berliner Kirche als Wirkstätte großer Dichter und Kantoren würdigt. Im Mittelpunkt dieser Themeninsel steht Johann Crüger, der nicht zuletzt als Melodist des Kirchenlieddichters Paul Gerhardts berühmt wurde. Für ein anspruchvolles Konzertprogramm zu Ehren Crügers bildet dabei vor allem die Aura der Nikolaikirche eine einzigartige Kulisse. Johann Crüger kam mit 17 Jahren als Sohn eines Niederlausitzer Gastwirts nach Berlin, arbeitete dort als Hauslehrer und bereitete sich am Gymnasium zum Grauen Kloster auf ein Theologiestudium vor. Schon damals glänzte er mit ersten Gelegenheitskompositionen. Nach nur zwei Studienjahren in Wittenberg berief ihn der Magistrat als Kantor der Hauptpfarrkirche St. Nikolai zurück nach Berlin. Dieses wichtigste musikalische Amt der Stadt sollte der Musikdirektor zu Berlin über 40 Jahre inne haben.
Crüger brachte ein Gesamtwerk hervor, dessen Nachhall bis heute lebendig ist. Neben größeren Kompositionen lag der Schwerpunkt zunächst auf Unterrichtswerken und musiktheoretischen Schriften. Durch sie hat er die musikalische Praxis des 17. Jahrhunderts entscheidend mit geprägt. Später wandte er sich der Schöpfung von Liedmelodien und Tonsätzen zu. Seine berühmte Kirchenliedersammlung enthielt am Ende über 550 Lieder, darunter 80 eigene Melodien. Die Kunst seines Tonsatzes blieb auch nach seinem Tod noch für Generationen lebendig.





