Da schildert uns Pepys aus erster Hand Belange des Ministeriums und des Staates ebenso wie das Wüten der Pest im Jahr 1665 und den verheerenden Brand Londons nur ein Jahr später. Hinter der Fassade der täglich geschilderten eintönigen Abfolge aus Aufstehen, Büro, Abendessen mit seiner Frau und Schlaf offenbart der Autor auch weit Intimeres. Unverblümt berichtet er von diversen Liebschaften, handfesten Ehestreitigkeiten und sogar von den zehn besten Mitteln gegen seine ungewollte Kinderlosigkeit – die Gemahlin nicht zu fest und nicht zu oft umarmen! –, die er von einer redseligen Frauenrunde erhielt. Daneben taucht der Leser aber auch ins Londoner Gesellschaftsleben ein, wenn er an Pepys’ Seite Theaterabende und Konzerte besucht. Mit dem Verstummen des Tagebuchs endet so auch der unverstellte Einblick in die Alltags- und Kulturgeschichte der 1660er Jahre in England.





