Mit der Hommage an Picassos Ausstellung erinnern die Kuratoren Tobias Bezzolla und Simonetta Fraquelli an die Entstehungsgeschichte der weltweit ersten umfassenden Museumsschau Picassos und zeigen ihren Einfluss auf die Rezeption des seitdem weltberühmten Künstlers. Zu den über 70 Werken im Ausstellungssaal gehören unter anderem selten in Europa gezeigte Leihgaben aus dem Museum of Modern Art und dem Metropolitan Museum in New York, der Tate Modern in London, aus dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Aichi Prefectural Museum of Art in Japan und der privaten Nahmad Collection. Dazu kommt sogar ein Gemälde aus dem Contemporary Museum of Art in Teheran: „Le peintre et son modèle“ (1927), das mit 214×200 cm damals wie heute das größte Gemälde in der Ausstellung darstellt. Weitere Leihgaben privater Sammler aus Europa und Übersee vervollständigen die Schau.
Die finanziell und logistisch aufwendige Ausstellung wird nur in Zürich zu sehen sein. Sie umfasst das Jugendwerk des Künstlers, der sich damals an Vorbildern wie van Gogh und Gauguin orientierte und noch keinen eigenen Stil entwickelt hatte. Im Herbst 1901 begann Picasso vorwiegend in blaugrünen und blauvioletten Farbschattierungen, daher der Name blaue und rosa Periode, zu malen. Gemälde, die in ihrer Stimmung von Melancholie und Schwermut gekennzeichnet sind, zeigen Motive dieser Periode als Opfer der Gesellschaft: Kriminelle, syphilitische Mütter mit ihren Kindern, Prostituierte und Bettler. In den Jahren zwischen 1907 und 1920 entstanden viele in der von Picasso und Braque entwickelten neuen Bildersprache des Kubismus.
Das Programm der Kunstvermittlung in der Ausstellung ist umfangreich, bezieht die Recherchen der Kunsthistoriker mit ein und ist gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse, Kenntnisse und Fähigkeiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen abgestimmt. Neben öffentlichen Übersichts- und Schwerpunktführungen stehen vernetzte Angebote, Workshops und Gespräche zur Wahl sowie ein separates Angebot für Schulen.





