Herzstück des Erinnerungsortes ist das erste Obergeschoss des östlichen Bauflügels, der als einziger im Krieg nicht zerstört wurde. Auf rund 300 Quadratmetern Fläche sollen hier die ehemaligen Gestapo-Büros den Begegnungsort von Verfolgern und Verfolgten vorstellen. Wie das Konzept für den „Schreibtisch-Tatort“ genau aussehen wird, werden das Haus der Geschichte Baden-Württembergs und die Initiative „Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V.“ gemeinsam ab Ende Januar erarbeiten. Für die weiteren Stockwerke sind wechselnde Konzepte vorgesehen: Im Untergeschoss – dort, wo ursprünglich die Verwahrzellen eingerichtet waren – wird Raum für wechselnde Ausstellungen zu historischen und aktuellen Themen geschaffen. Im Erdgeschoss soll ein Diskussionsforum mit einem regelmäßigen Veranstaltungsprogramm dazu beitragen, dass sich die Besucher aktiv mit politischen und gesellschaftlichen Fragen beschäftigen. Spätere Ausbaumöglichkeiten für die museale Nutzung bietet das zweite Obergeschoss, welches in seiner historischen Bausubstanz erhalten bleiben wird.
Unklar war lange die finanzielle Umsetzung des Konzeptes: Inzwischen hat sich das Land bereit erklärt, die Miete von 250000 Euro zu tragen. Die jährlichen Betriebskosten von etwa 500000 Euro werden jeweils zur Hälfte von Stadt und Land Baden-Württemberg übernommen. Zahlen für die anfallenden Umbau- und Sanierungskosten liegen noch nicht vor.
Für diejenigen, die bereits jetzt das Hotel Silber „besichtigen“ möchten, hat das Haus der Geschichte einen „virtuellen Geschichtsort“ geschaffen: Mit Fotographien und historischen Dokumenten werden die einzelnen Stockwerke zum Leben erweckt und erzählen so ihre Geschichte.





