Als Hyrkanos die Römer in Jerusalem einziehen ließ, verschanzte sich sein Bruder auf dem Tempelberg. Über drei Monate zog sich die Belagerung erfolglos hin, bis die Römer bemerkten, dass die Feinde sich am Sabbat zwar im direkten Kampf verteidigen, nicht aber die Schanzarbeiten stören durften. Also verstärkten sie ihre Bemühungen an den Ruhetagen der Juden und drangen bald in den Tempel ein. Besonders be‧eindruckte die Römer, dass die Kulthandlungen die ganze Zeit über fortgesetzt worden waren und dass die Priester noch während der Einnahme unbeirrt ihre Riten vollzogen.
Pompeius war neugierig geworden auf den „unsichtbaren“ Gott der Juden. Er betrat das tatsächlich leere Allerheiligste und bewunderte die Schätze in den anderen Räumen, ohne sie anzutasten, wie dies 100 Jahre zuvor der König des Seleukidenreichs getan hatte. Pompeius befahl lediglich die rituelle Reinigung des Tempels. Den Juden blieb er für diesen Frevel verhasst, und sein Tod erschien ihnen später als Gottes Rache für seine Untat.





