Hala Sultan Tekke liegt nahe des heutigen Flughafens von Larnaca auf Zypern. Bereits 1897 entdeckten Archäologen dort die ersten Spuren einer bronzezeitlichen Kultur und begannen mit Ausgrabungen. Seit 1970 legen Forschungsteams mit neuen Methoden immer mehr Teile der Bronzezeit-Stadt frei. Ihre Funde zeigen, dass sich Hala Sultan Tekke in der Zeit von 1600 bis 1150 vor Christus über 50 Hektar erstreckte und sowohl Wohnviertel der Eliten als auch Kupferwerkstätten umfasste. Objekte aus Ägypten, Mykene und aus der Levante zeigen zudem, dass die Menschen dort bereits über weitreichende Handelsbeziehungen verfügten.
500 Artefakte in nur zwei Gräbern
Bereits im Jahr 2016 hatte ein Archäologenteam um Peter Fischer von der Universität Göteborg vor den Toren des alten Hala Sultan Tekke einen bronzezeitlichen Friedhof mit teils reich ausgestatteten Gräbern entdeckt. In unterirdischen Kammern lagen Angehörige der städtischen Elite mitsamt ihrem Schmuck und importierten Luxusgütern begraben. Jetzt haben die Forscher dort mithilfe von Magnetometer-Messungen weitere, noch reichere Gräber entdeckt. “Wir haben die Stellen, an denen beim Pflügen zerbrochene Keramikscherben gefunden wurden, mit der Magnetometer-Karte verglichen”, berichtet Fischer. “Dabei zeigten sich rund zwei Meter unter der Erdoberfläche mehrere große Hohlräume.”
Als die Archäologen an diesen Stellen nachgruben, entdeckten sie drei Grabkammern von jeweils etwa vier bis fünf Meter Größe. In diesen langen mehrere gut erhaltenen Skelette, umgeben von einer enormen Fülle an Grabbeigaben. Diese übertreffen die ohnehin schon reichen Funde aus früheren Gräbern an Menge und Qualität noch einmal bei weitem, wie das Team berichtet. “Allein in zwei dieser Grabkammern haben wir mehr als 500 intakte Artefakte gefunden”, berichtet Fischer. “Viele dieser Objekte bestehen aus Edelmetallen, Edelsteinen, Elfenbein oder hochwertiger Keramik.” Auch wertvolle Bronzewaffen mit Elfenbein-Einlegarbeiten und ein goldgerahmtes Siegel aus Hämatit wurden in den Gräbern gefunden.
Königliche Tote
Unter den Toten war eine Frau, die von Dutzenden Keramikgefäßen, Schmuck und einem runden Bronzespiegel umgeben war. Mit ihr im Grab lagen die Gebeine eines etwa einjährigen Kindes, das mit einem Keramik-Spielzeug bestattet worden war. “Einige weitere Personen, sowohl Männer als auch Frauen, trugen Diademe und einige hatten Halsketten mit Anhängern von herausragender Qualität”, beschreibt Fischer die Funde. Die Machart und das Material der Anhänger sprechen dafür, dass sie während er 18. Dynastie in Ägypten gefertigt worden waren, möglicherweise zur Zeit Echnatons und seiner Gemahlin Nofretete. Die Diademe sind mit eingeprägten Abbildungen von Bullen, Gazellen, Löwen und Blumen verziert.





