Das Londoner Viktoria und Albert Museum zeigt vom 10. Oktober an eine Ausstellung zur Kunst und Kultur dieser Fürstenhöfe. Etliche Kunstgegenstände aus einem Zeitraum vom 18. bis ins 20. Jahrhundert werden gezeigt, die größtenteils erstmals außerhalb Indiens zu sehen sind. In kunsthandwerklich beeindruckenden Arbeiten stellt die Schau die Entstehung und Geschichte der Maharadscha-Fürstentümer umfassend vor. Dabei widmet sich die Londoner Ausstellung insbesondere der kulturgeschichtlichen Interaktion zwischen Indien und Europa. So wird in der Thematisierung des britisch-englischen Stils der Einfluss der Kolonialisierung auf die indische Kultur beleuchtet. Gerade in modernen Repräsentationsgegenständen der Fürstenkultur zeigt sich mehr und mehr die Verschmelzung der indischen Monarchie mit Eigenschaften des westlichen Königtums. Beispielsweise ließen sich in gezeigten Gemälden die Maharadschas im 20. Jahrhundert sowohl in traditionellen Gewändern als auch in modernen westlichen Kleidern portraitieren. Zudem wird die Bedeutung der Maharadscha-Dynastien als Auftraggeber für europäische Firmen dargestellt. Neben einem Rolls Royce ist dahingehend ein Highlight der Ausstellung, die frisch restaurierte Patila-Halskette, die einen Teil des größten je von Cartier ausgeführten Einzelauftrags darstellt. Auch ihre Rolle als Mäzene der europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts wird in Objekten und Gemälden zum Ausdruck gebracht.
Die Ausstellung reicht bis zum Ende der britischen Herrschaft in Indien 1947, die auch das Ende der Maharadschas bedeutete. Auf ihre nicht unbedeutende Rolle in der Übergabe ihrer Herrschaften an den modernen indischen Staat wird innerhalb der Schau ebenfalls Bezug genommen.





