Mit der Erweiterung einer Straße fing alles an: 1996 stießen Arbeiter in Lod, 20 Kilometer östlich von Tel Aviv, auf antike Spuren. Die herbeigerufenen Archäologen legten schließlich ein sensationelles Kunstwerk frei: Ein 180 Quadratmeter großes Mosaik, das viele unterschiedliche Tierarten in prachtvoller Qualität darstellt. In den folgenden Jahren wurde es restauriert und reisefähig gemacht: Es ging auf Welt-Tornee und wurde unter anderem im Metropolitan Museum und im Louvre ausgestellt. Momentan befindet es sich in der Cini-Galerie in Venedig.
Doch das prachtvolle Mosaik soll nun bald wieder nach Hause kommen. Um es in Lod angemessen präsentieren zu können, begannen 2014 Arbeiten zum Bau eines Besucherzentrums. Ausgerechnet diese Aktion bereicherte die Fundstätte nun um eine zusätzliche Sehenswürdigkeit: Ein weiteres Mosaik tauchte bei den Bauarbeiten auf. Es soll nun ebenfalls Teil der Ausstellung des geplanten “Shelby White and Leon Levy Lod Mosaic Centers” werden.
Schmuck eines eleganten Innenhofs
Wie die Archäologen berichten, schmückte das neu entdeckte Mosaik einen mit Säulen gesäumten Hof, der zu derselben Villa gehörte, in deren Hauptraum sich das berühmte Mosaik befand. Wie dieses besitzt es beachtliche Ausmaße: Es ist 13 mal 11 Meter groß und zeigt neben Ornamenten ebenfalls Tierdarstellungen feinster Qualität. “Die dargestellten Szenen sind Zeugnis hoher Kunstfertigkeit”, sagt Grabungsleiter Amir Gorzalczany von der Israel Antiquities Authority.
Außerdem fanden die Archäologen noch weitere Zeugnisse der einstigen Pracht dieses Anwesens: Auch die Wandverkleidungen waren offenbar mit eleganten Fresken versehen. “Die Villa gehörte zur wohlhabenden Gegend einer Siedlung, die hier während der römischen und byzantinischen Zeit stand. Das Gebäude wurde über einen sehr langen Zeitraum hinweg genutzt. Damals wurde Lod Diospolis genannt und war bis zur muslimischen Eroberung die Bezirkshauptstadt”, erklärt Gorzalczany.
Dieses Video des Metropolitan Museum of Art präsentiert die antike Mosaik-Kunst und gewährt Einblicke in die Ausgrabung in Lod.





