Um die neu gefundene, frühbronzezeitliche Siedlungstätigkeit in dieser trockenen Region genauer zu untersuchen, führte das DAI in den vergangenen zwei Jahren mehrere Expeditionen an den Fundorten durch. Bei Oberflächenuntersuchungen und Grabungen wurden nicht nur Befestigungsmauern und einfache Wohnbauten, sondern auch Terrassengärten identifiziert. Sie wurden über ausgeklügelte Bewässerungssysteme künstlich mit dem wenigen Niederschlagswasser bewässert, etwa um Getreide anzubauen.
Mit diesen Entdeckungen rückt eine bislang als nebensächlich betrachtete Region in das Blickfeld der Erforschung der vorderasiatischen Zivilisationen des vierten vorchristlichen Jahrtausends, die bislang vor allem die kulturellen Entwicklungen dieser Zeitspanne in Mesopotamien und der südlichen Levante – dem östlich von Italien liegende Mittelraum – im Blick hatte.
Viertes Jahrtausend v. Chr.: Beginn der Urbanisierung
Das vierte Jahrtausend v. Chr. sei für die Forschung, so die Fachleute des DAI, von großem Interesse, da es einen wesentlichen Zeitabschnitt der Zivilisationsgeschichte Vorderasiens darstelle. In dieser Zeit hätten Entwicklungsprozesse begonnen, die die Existenz nachfolgender Kulturen erst ermöglichten und sich auch auf Europa auswirkten. Dazu zähle der Beginn der Urbanisierung, die Entwicklung des künstlichen Bewässerungsfeldbaus, die Massenproduktion von Gütern, der überregionale Handel und schließlich auch die Erfindung der Vorläufer der Schrift und die Wirtschaftsverwaltung.





