Es war der 23. Mai 1618. An dem Tag waren etwa 200 Vertreter der protestantischen Stände in Böhmen zur Prager Burg gezogen und hatten sich beklagt, dass König Ferdinand die 1609 verbriefte Religionsfreiheit in Böhmen beschneide und die Rechte der Stände beschränke. Nach einer hitzigen Debatte mit den katholischen Beamten wurden diese ergriffen und aus dem Fenster geworfen. Mit dieser „Defenestration“ erklärten die Protestanten dem böhmischen König den Krieg. Dass die drei Unglücklichen mit dem Leben davonkamen, schrieb die katholische Seite später göttlichem Eingreifen, die protestantische jedoch einem rettenden Misthaufen zu. Wahrscheinlich dürfte die angeschrägte Mauer der Burg den Sturz zumindest abgebremst haben. Der zweite Prager Fenstersturz (der erste hatte sich 1419 ereignet) war Höhepunkt des Aufstands der protestantischen böhmischen Stände gegen den König, der zum Dreißigjährigen Krieg führte.





