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Preußische Schlösserpracht

Preußische Schlösserpracht

Die ehemals preußischen Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg bilden ein herausragendes Architektur- und Landschaftsensemble. Sie gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und werden durch die „Stiftung Preußische Schlösser und Gärten“ instand gehalten, verwaltet und erforscht. Samuel Wittwer ist als Direktor der…
08. September 2025
Lesezeit
2 Minuten

Wittwer hat seinen Band in vier Abschnitte eingeteilt. Er stellt zunächst die Berliner Schlösser Grunewald, Schönhausen und Charlottenburg vor, sodann die königlichen Bauwerke „rund um Sanssouci“, als Nächstes die Schlösser und Gärten „rund um die Glienicker Brücke“ und schließlich die märkischen Schlösser. Der Autor beschreibt zu jedem Gebäude und Park die Baugeschichte und die unterschiedliche Nutzung über die Jahrhunderte hinweg. So entsteht durch Texte und Bilder ein Panorama der preußischen Residenzkultur.

Wittwer schildert die Anfänge des Schlossbaus durch die Kurfürsten aus dem Hause Hohenzollern – etwa im 16. Jahrhundert im Jagdgebiet Grunewald – und die großen Neubauten während der folgenden drei Jahrhunderte. Jeder der Monarchen setzte sich bauliche Denkmäler, die mit seinem Namen verbunden sind und nicht nur die damaligen Gestaltungstrends, sondern auch Ziele und Charakter des Herrschers spiegeln. Königliche Bauwerke waren immer mehr als Wohnorte. Sie waren Schaustücke, Fassaden und gebautes Programm.

Wittwer erläutert auch das wechselhafte Schicksal der Anlagen im 20. Jahrhundert. Während des Zweiten Weltkriegs wurden einige Schlösser in Berlin zerstört oder stark beschädigt. Die SED-Machthaber gingen rücksichtslos mit dem Erbe der ihnen verhassten Monarchie um. Gebäude, die nicht wie die Stadtschlösser in Berlin und Potsdam abgerissen oder wie die Sacrower Heilandskirche dem Verfall überlassen wurden, erfuhren oftmals eine substanzschädigende Umwidmung, etwa zur Berufsschule oder zum Tierzuchtbetrieb. Nur die in West-Berlin liegenden und die in Potsdam gelegenen sehr bekannten Anlagen überstanden die deutsche Teilung in einem jedenfalls ordentlichen Zustand.

In den letzten 30 Jahren ist es gelungen, die unter dem Dach der Stiftung zusammengeführten Liegenschaften nicht nur zu erhalten, sondern auch viele wiederherzustellen. Die Welt der preußischen Schlösser lohnt stets aufs Neue einen Besuch. Der nun vorliegende prächtig bebilderte und kenntnisreich geschriebene Band motiviert nachdrücklich, sie (immer wieder neu) zu entdecken.

Rezension: Prof. Dr. Philipp Austermann

Samuel Wittwer
Die Welt der preußischen Schlösser
Glanzlichter der Baukunst in Berlin und Brandenburg
BeBra Verlag, Berlin 2024, 280 Seiten, € 49,–

BerlinPreußischenRezensionSchlosser

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