Laut Prof. Dr. Klaus Sedlbauer, Leiter des Fraunhofer IBP und Vertreter des „Pompeii Sustainable Preservation Project“, hat das Projekt drei Säulen: Ausbildung, Spitzenforschung und Restaurierung. Konservatoren und Nachwuchswissenschaftler sollen am Fuß des Vesuvs wertvolle Erfahrungen sammeln, weiterhin sollen Verfahren zur Erhaltung antiken Kulturguts entwickelt werden, die auch über Pompeji hinaus angewandt werden können.
Die Wissenschaftler haben dazu einen ehrgeizigen Aufgabenkatalog zusammengestellt, dessen Umsetzung sie baldmöglichst in einer Insula – einem der typischen Häusergevierte von Pompeji – exemplarisch beginnen wollen. „Neben der vorbildlichen Restaurierung und der dauerhaften Sicherung der antiken Bauten will das Team innovative Methoden und Strategien entwickeln, um weiterem Verfall vorzubeugen. Dazu gehört auch die Gestaltung neuer Konzepte für Schutzbauten, deren ruinen- und besuchergerechte Errichtung sowie eine denkmalverträgliche Begrünung der antiken Gärten“, erklärt Prof. Erwin Emmerling vom Lehrstuhl für Restaurierung der TU München. All das soll geschehen unter Einbeziehung auch junger Wissenschaftler und Restauratoren, die einen Teil ihrer Ausbildung in Pompeji erfahren. Außerdem sollen Restauratoren aus anderen Kulturkreisen die Möglichkeit erhalten, hier Erfahrungen im Umgang mit antiken Monumenten zu sammeln.
Im Sommer 2014 soll der Startschuss für die Arbeiten vor Ort fallen, die zunächst auf zehn Jahre ausgelegt sind und eine Fördersumme von 10 Millionen Euro benötigt werden. Damit wird das Projekt „Grande Progetto Pompei“, die aktuellen Sofortmaßnahmen des italienischen Staats und der EU, erweitert. Um aber das gesamte Areal der antiken Stadt, das 44 bis 46 Hektar umfasst, restaurieren zu können, werden noch weitere Fördergelder benötigt.





