Woher auch immer die Seuche gekommen war – man meinte zunächst gar, die Feinde hätten die Brunnen vergiftet –, durch die Kriegssituation wurde sie begünstigt. Sittenlosigkeit und Anarchie herrschten laut Thukydides: Jeder fürchtete die tödliche Ansteckung, daher wollte man die Kranken oft nicht pflegen, die Toten nur noch schnell verbrennen. Auch prominente Athener wurden nicht verschont: Der eifrigste Kriegstreiber gegen die Spartaner und Exponent einer ganzen Epoche, der Athener Politiker Perikles, erkrankte, wohl an dieser Seuche, und verstarb 429. Das Amulett, das man ihm noch umgehängt hatte, konnte ihn auch nicht mehr retten.





