Bis in das Frühjahr hinein beherrscht Nebel den Bodensee. An kalten Tagen gibt er teils nur für wenige Stunden den Blick über die Wasseroberfläche frei. So bleibt manches Kleinod im Dunst verborgen. Etwas entrückt kann es da für manche Durchreisende wirken, wenn sich die Reichenau mit ihrem reichen Kulturerbe, gleich der mythischen Insel Avalon, nur zeitweise aus dem Nebel erhebt. Doch was auf den ersten Blick weltabgewandt wirkt, gehörte im Mittelalter zu den Zentren Europas. Die Insellage brachte es mit sich, dass das Kloster einerseits in einer gewissen Isolation seinem Alltag nachging. Andererseits lebten die Mönche unmittelbar am durch den Bodensee verlaufenden Rhein und damit an einer der wichtigen Verkehrsachsen ihrer Zeit, die weite Teile des Frankenreiches miteinander verband.





