Das ist die fiktive Handlung des Stücks „Cyankali“ von Friedrich Wolf, das am 6. September 1929 im Berliner Lessing-Theater uraufgeführt wurde. Selbst praktizierender Arzt, hatte Wolf einen Nerv der Zeit getroffen. Bis das Stück von den Nationalsozialisten 1933 verboten wurde, elektrisierte es in Berlin und anderen großen deutschen Städten das Publikum. Das Buch wurde zum Bestseller, die spätere Verfilmung zum Publikumsmagneten. Wolf lieferte den Zündstoff für eine öffentliche Protestbewegung, die sich für die Streichung oder Reform des Paragraphen 218 einsetzte. Die Empörung war groß, da vor allem arme Frauen verurteilt wurden, die aus sozialer Not abgetrieben hatten. Als Wolf wegen angeblicher „gewerbsmäßiger Abtreibungen“ im Februar 1931 verhaftet wurde, erreichten seine Anhänger zwar seine Freilassung, zu einer Reform des Paragraphen kam es jedoch nicht.





