Auf modernen Flugzeugträgern sind sie noch heute im Einsatz: Spezielle Katapulte dienen dazu, Flugzeuge auch ohne lange Startbahnen zu beschleunigen und in die Luft zu befördern. Dafür sind die Flugzeuge meist mittels Haken in spezielle Schlitten eingeklinkt, die durch unter Hochdruck stehenden Dampf entlang einer Schiene beschleunigt werden und das Flugzeug mitziehen. Am Ende der Startbahn klinkt sich das Flugzeug aus und hebt ab. Der Ursprung solcher Flugzeugkatapulte geht auf die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen zurück. Damals experimentierten sowohl die deutsche als auch die britische Marine mit verschiedenen hydraulischen und pressluftgetriebenen Katapult-Anlagen.

Drehscheibe, Druckluftschlitten und zwei Startbahnen
Eines dieser frühen Flugzeugkatapulte haben nun Archäologen des Museum of London Archaeology (MOLA) in Harwell nahe der englischen Stadt Oxford näher untersucht. Im Vorfeld von Baumaßnahmen hatten sie die Überreste einer 1938 bis 1940 gebauten Katapultanlage freigelegt und digital kartiert. “Der Prototyp dieses Royal Aircraft Establishment (RAE) Mark III Catapult genannten Katapults war das Ergebnis von drei Jahren der Entwicklungsarbeit”, erklären die Forscher. Die Anlage bestand aus einer großen Drehscheibe, die auf zwei jeweils 82 Meter lange Startbahnen ausgerichtet werden konnte.
Angetrieben wurde das Flugzeugkatapult von zwölf Rolls-Royce-Flugzeugtriebwerken, die unter der Drehscheibe standen und Luft auf 136-fachen Atmosphärendruck komprimierten. Mit dieser Druckluft wurde dann ein pneumatischer Schlitten angetrieben, an dem der Ziehhaken für das Flugzeug befestigt war. “Diese faszinierende Struktur erinnert uns an die Phase des Experimentierens und der schnellen Innovation in den Jahren zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg”, erklärt Susan Porter vom MOLA. “Die Existenz dieser Anlage war zwar aus historischen Dokumenten bekannt. Aber erst jetzt konnten wir die Struktur in allen Details dokumentieren.”
Vorläufer späterer Schiffskatapulte
Mithilfe von Vermessungen und hunderten Fotos haben die Archäologen eine detailgetreue digitale 3D-Rekonstruktion des Flugzeugkatapults erstellt. Aus historischen Aufzeichnungen ist bekannt, dass dieser Katapult-Prototyp wegen verschiedener technischer Probleme nie zum Einsatz kam. Unter anderem fielen die Motoren für die Druckluftkompression immer wieder aus. Außerdem zeigte sich, dass das Design der Anlage nicht zu den Flugzeugtypen passte, für die es eigentlich gedacht war. Bereits im Jahr 1941 wurden die Motoren und der Katapultschlitten daher demontiert. Später wurde eine normale Startbahn quer über den südlichen Arm des zugeschütteten Flugzeugkatapults gebaut.





