Nofretete ist sicher eine der berühmtesten Persönlichkeiten des alten Ägyptens. Die Gemahlin von Pharao Echnaton und Mutter des Tutanchamun ist nicht zuletzt wegen ihrer in Berlin ausgestellten Büste weltbekannt. Doch wie sie vor rund 3300 Jahren starb und wo sie begraben liegt, ist bis heute ein Rätsel.
Zwei weitere Kammern im Grab?
Vor kurzem jedoch publizierte der britische Ägyptologe Nicholas Reeves einen Artikel, wonach er Hinweise auf zwei versteckte Räume hinter dem Grab des Tutanchamun im Tal der Könige entdeckt haben will. In hochauflösenden Aufnahmen der Grabkammer zeigen sich demnach feine Linien unter einigen verputzten und bemalten Wänden, die auf zwei zugemauerte Durchgänge hindeuten könnten.
Reeves vermutet, dass das 1922 von Howard Carter entdeckte Grab des Tutanchamun ursprünglich gar nicht für den schon mit 19 Jahren gestorbenen Pharao gedacht war. Stattdessen wurde es für seine Mutter, die Königin Nofretete gebaut. Als dann ihr Sohn plötzlich starb, bestattete man ihn in einer der äußeren Kammern dieses Grabes, so die Theorie des Briten. Dafür könnte sprechen, dass das Grab des Tutanchamun für einen Pharo eher klein ist. In seinem Design entspreche es eher dem Grab einer Königin, so Reeves.
Spezialradar soll durch die Wände blicken
Wie jetzt die ägyptischen Behörden mitteilten, soll das Grab des Tutanchamun demnächst mit einem Spezialradar untersucht werden. Dieses in Japan entwickelte Gerät soll die Wände durchleuchten, hinter denen Reeves die zusätzlichen Kammern vermutet. “Dem Monument wird dadurch keinerlei Schaden zugefügt”, betont Mouchira Moussa, Pressesprecher des Antiken-Ministeriums. Schon innerhalb der nächsten vier Wochen sollen die Formalitäten für das Projekt geklärt sein.
“Wir sind sehr gespannt”, meint Moussa. Denn selbst wenn es nicht das Grab der Nofretete wäre, könnte es das Grab eines anderen Angehörigen der ägyptischen Herrscherklasse sein. “Wenn es aber doch Nofretetes Grab ist, dann wäre das eine große Sache.” Auch Reeves zeigt sich begeistert. “Wenn ich Recht habe, dann wäre das umwerfend. Die Welt wäre dann ein sehr viel interessanterer Ort – zumindest für Ägyptologen”, sagte er schon vor einigen Wochen gegenüber der BBC.





