Die Forscher um Clemens Pasda von der Universität Jena haben am Fundort etwa 500 Feuersteinklingen auf einer Fläche von rund 30 Quadratmetern entdeckt. Wegen der oberflächennahen Lage der Fundstelle waren zwar keine Tierknochen mehr erhalten, aber das Aussehen der Feuersteingeräte lässt den Archäologen zufolge vermuten, dass es sich um einen Lagerplatz gehandelt hat. Die räumliche Vergesellschaftung der Funde legt zudem nahe, dass es hier einst Feuerstellen gab. Ähnliches war zuvor bereits in Gera oder Bad Frankenhausen entdeckt worden, sagen die Forscher. Ebenso wie diese Funde stammen auch die aktuellen Entdeckungen in Altendorf aus der Zeit des Magdalenien.
Spuren einer faszinierende Epoche
„Thüringen ist eine der wichtigsten Regionen zur Erforschung der Epoche des Magdalenien”, betont Pasda. „140 Jahre Ausgrabungstätigkeit haben über 50 Fundstellen erbracht und Altendorf liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von zeitgleichen Fundplätzen in Jena, Oelknitz, Rothenstein, Großpürschütz, Kahla-Löbschütz und Hummelshain. In den letzten zehn Jahren haben wir diese Fundplätze wissenschaftlich bearbeitet und ich freue mich darauf, mit Altendorf nun zum ersten Mal neu ausgegrabenes Material zu haben, das wir im Herbst untersuchen werden”, so der Archäologe.
Die Magdalenien-Kultur breitete sich am Ende der letzten Eiszeit in in Mittel- und Westeuropa aus. Benannt wurde die Epoche von Gabriel de Mortillet nach der Halbhöhle La Madeleine im Département Dordogne. In einer 20000 bis 12000 Jahre alten Schicht waren hier Pfeilspitzen, Stein- und Knochenwerkzeuge, Schmuck und Kleinkunstwerke entdeckt worden. Darunter auch ein zehn Zentimeter großer Wisent aus Elfenbein, der das bereits hohe Niveau der Kultur und Kunstfertigkeit in dieser Zeit dokumentiert. Ein weiteres eindrucksvolles Beispiel der Kunst in der Zeit des Magdalénien sind die berühmten Höhlenmalereien von Altamira.





