Eine künstlerisch gelungene Karikatur ist „Tipus Tiger“ nicht gerade. Mit Holz als Werkstoff wirkt der Körper für eine Raubkatze viel zu klotzig. Auch zeigt das schwarze Streifenmuster wenig von der Eleganz und Ästhetik eines lebenden Tieres. Doch als symbolischer Schlag gegen die britischen Kolonialherren taugte die Figur allemal.
Der hölzerne Tiger lässt sich als Sinnbild Indiens lesen, der unter ihm auf dem Rücken liegende, europäisch gekleidete Mann verkörpert die britischen Eroberer. Die Figur entstand im Umfeld der Mysore-Kriege im späten 18. Jahrhundert – einer Serie von Konflikten zwischen dem Königreich Mysore und der Britischen Ostindien-Kompanie, in denen es um die Vorherrschaft in Südindien ging. Der Tiger steht für Tipu Sultan, den Herrscher von Mysore, der das Tier zum Emblem seines Widerstands gegen die britische Kolonialexpansion machte.





