Alarich überschritt mit seinem Heer 401 die Alpen. Während er die reiche Kaiserresidenz Mailand belagerte, berief Stilicho in aller Eile Truppen aus Britannien und Gallien – de facto eine Preisgabe der westlichen Provinzen. Unterdessen plünderten die Goten Norditalien, doch schließlich gelang es Stilicho, sie vorerst aus Italien zu vertreiben. Mailand allerdings galt fortan nicht mehr als sicher. Im Herbst 402 wurde der Hof daher dauerhaft nach Ravenna verlegt. Die Stadt an der Adriaküste war hervorragend zu verteidigen und erwies sich als exzellente Wahl. Über Jahrhunderte blieb sie eine der reichsten und wichtigsten Städte des Reichs, wovon noch heute zahlreiche Baudenkmäler zeugen. Es entbehrt allerdings nicht einer gewissen Ironie der Geschichte, dass dieser Fluchtort vor den Goten seine erste große Blütezeit etwa 100 Jahre nach Alarich unter König Theoderich erlebte – einem Ostgoten.





