Als Ludwig I. die Regierung übernahm, galt er als Hoffnungsträger – und musste es auch sein. An Reformen führte kein Weg vorbei. Doch er wollte sich keineswegs auf Minister und Parlament verlassen, sondern selbst die Zukunft seines Landes aktiv mitgestalten – und dabei die Balance zwischen Fortschritt und Tradition gewahrt wissen. So trieb Ludwig Reformen in Wirtschaft und Verkehr voran, beseitigte Zollschranken, initiierte Infrastrukturprojekte und plante, München zur Weltstadt umzubauen. Gesellschaftlichen Veränderungen stand er hingegen ablehnend gegenüber. Pressefreiheit und demokratische Impulse lehnte er ab, stattdessen bemühte er sich um Traditionspflege und die Stärkung des katholischen Glaubens. Dass seine Regierung ausgerechnet im März 1848 ihr Ende fand, erscheint nur folgerichtig: Der alte König passte – seiner Erfolge zum Trotz – nicht mehr so recht in die neue Zeit.





