Regensburg war für die Nationalsozialisten zunächst ein schwieriges Pflaster, denn die Stadt war bis Anfang der 1930er Jahre eine Hochburg der Bayerischen Volkspartei und des Katholizismus. Den Nationalsozialisten stand die Mehrheit der Bevölkerung daher anfangs eher kritisch gegenüber. Auf einem Kreistag der NSDAP hieß es dazu später: “Hier tobte der politische Meinungskampf lange und heiß, denn der Gegner verfügte über feste und schwer zu nehmende Positionen.” Die Regensburger Ortsgruppe der NS-Partei wurde zwar schon im November 1922 gegründet, erhielt aber zunächst kaum Zulauf und einigen Gegenwind, wie Erich Zweck von der Universität Regensburg schon vor einigen Jahren in einer Studie ermittelte. Noch bei der Landtags- und Reichstagswahl 1928 erhielt die NSDAP in Regensburg nur rund vier Prozent der Stimmen.
Zeit ab 1933 im Fokus
Doch ab 1929 änderte sich die Stimmungslage auch in Regensburg allmählich. “Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise wurden auch in Regensburg spürbar, nämlich im Rückgang der Produktion, in der steigenden Zahl der Arbeitslosen und in gekürzten Sozialleistungen”, erklärt Zweck. Als Folge erhielten die radikalen Parteien NSDAP und KPD mehr Zulauf. Ende 1930 berichtete das NS-Propagandablatt „Völkischer Beobachter”: „Unangreifbar schien vor kurzem noch die Hochburg der BVP . Als ,schwärzeste’ Stadt ist Regensburg weit und breit bekannt, doch, wie die dunkelste Nacht einen Morgen, der dann nur umso heller strahlt, ebenso erlebt auch Regensburg sein Erwachen.” 1933, kurz nach der Machtergreifung Adolf Hitlers in Berlin, gelang es dann der NSDAP auch in Regensburg, den Stadtrat, die Polizei und die Medien weitgehend zu übernehmen.

Wie sich die Regensburger Stadtverwaltung und kommunale Politik zwischen 1933 und 1945 entwickelten und welche Rolle die einzelnen Vertreter des städtischen Spitzenpersonals dabei spielten, war jedoch bislang nur in Teilen erforscht. Dies soll nun das neu initiierte Forschungsprojekt beleuchten. „Mit diesem Forschungsprojekt gehen wir die schon lange notwendige Aufarbeitung der Stadtverwaltung im Nationalsozialismus endlich wissenschaftlich an und haben mit der Universität Regensburg den geeigneten Partner dafür. Die gewonnenen Erkenntnisse werden künftig das Rückgrat für eine nachhaltige Erinnerungs- und Gedenkkultur in Regensburg bilden“, sagt die Regensburger Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer.





