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Reise zum Hof des Shoguns in Edo
Vor 200 Jahren brach der deutsche Arzt und Naturforscher Philipp Franz von Siebold (1796–1866) zu einer abenteuerlichen Reise von Nagasaki nach Edo, dem heutigen Tokio, auf. Zu diesem Zeitpunkt war in Europa noch wenig über Japan bekannt.
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Am frühen Morgen des 15. Februar 1826 machten sich im Hafen von Nagasaki 60 Männer zum Abmarsch in die etwa 1500 Kilometer entfernte Residenzstadt Edo, das heutige Tokio, bereit. Das Ziel der Reise war der Hof von Japans politischem und militärischem Machthaber, dem Shogun.
Nur drei Teilnehmer waren keine Japaner. Angeführt wurde die Gruppe von dem Holländer Johan Willem de Sturler, dem Direktor der niederländischen Handelsniederlassung auf der künstlichen Insel Dejima. Die beiden anderen Ausländer waren Deutsche, der Arzt Philipp Franz von Siebold und der ehemalige Apotheker Heinrich Bürger.
Seit 1790 musste der „Opperhoofd“ der Faktorei dem Tokugawa-Shogun alle vier Jahre seine Referenz erweisen, um eine Verlängerung der Handelsprivilegien zu erhalten. Die Niederländer waren seit 1639 die einzigen Europäer, die mit Japan Handel treiben durften; frei bewegen durften sie sich im Land aber nicht. Die „Hofreise“ war die einzige Gelegenheit der auf Dejima kasernierten Ausländer, mehr vom Inselreich zu sehen. Und auch dieses Privileg wurde nur den Wenigsten gewährt.
Siebold schreibt später in der Einleitung zu seinem Reisebericht: „Herr Bürger und ich konnten uns Glück wünschen, dass uns, als Deutschen, das seltene Los zu teil ward, ein so merkwürdiges Land zu bereisen. Wir waren gut vorbereitet und mit Enthusiasmus für unsere Sache beseelt; und wenn ich je mit Mut und ernsten Vorsätzen zu einem Unternehmen mich durchdrungen fühlte, so war es jetzt, wo der anbrechende Tag mir das Innere eines Landes aufzuschließen versprach, welches mich ein besonderer Drang unter den entferntesten von der väterlichen Heimat hatte aufsuchen lassen.“
Philipp Franz von Siebold war 27 Jahre alt, als er 1823 zum ersten Mal japanischen Boden betrat. Dass er hier landen würde, war seiner Abenteuerlust und seinem Forschergeist geschuldet. Geboren am 17. Februar 1796 als Spross einer angesehenen Würzburger Ärztedynastie, war seine Laufbahn anfangs vorgegeben. Doch hielt es den jungen Arzt, dessen Interessen weit über die Medizin hinausgingen, nur kurze Zeit in Bayern.
Ein junger Arzt aus Bayern wagt den Aufbruch ins Unbekannte
Schon während des Studiums hatte er sich mit den verschiedensten Naturwissenschaften, vor allem mit Botanik und Zoologie, sowie Länder- und Völkerkunde beschäftigt und besonders gerne Reiseliteratur gelesen, darunter sicher auch Engelbert Kaempfers 1777/79 erstmals auf Deutsch erschienene „Geschichte und Beschreibung von Japan“.
Als sich ihm dann die Aussicht eröffnete, als Militärarzt in niederländische Dienste zu treten, zögerte Siebold nicht lange und trat alsbald die Reise nach Batavia, dem heutigen Jakarta und damaligen Zentrum des niederländischen Kolonialreichs in Ostasien, an. Von dem dortigen Generalgouverneur wurde er als Faktoreiarzt nach Dejima entsandt. Siebold sollte aber nicht nur die Bewohner der Insel medizinisch betreuen, sondern durch seine Tätigkeit auch die Verbindung der Niederlande zu Japan stärken und das Land erforschen, über das im Westen noch immer wenig bekannt war. Und er war genau der richtige Mann für diese Aufgabe.
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Japan war kein völlig isoliertes Land, als Siebold dort ankam. Es bestanden Handelsbeziehungen mit China und Korea, mit den Ryukyu-Inseln (damals ein eigenes Königreich, heute Okinawa) im Süden und dem Volksstamm der Ainu im Norden. Von 1633 bis 1639 hatte der damalige Shogun Tokugawa Ieyasu mehrere Edikte erlassen, wonach Japanern das Verlassen und Europäern das Betreten des Landes verboten wurde. In diesen Jahren wurden endgültig alle portugiesischen Händler, die Mitte des 16. Jahrhunderts als erste Europäer nach Japan gekommen waren, des Landes verwiesen. Sie standen im Verdacht, die christlichen Missionare zu unterstützen, deren Aktivitäten als Verschwörung gegen das Kaiserreich angesehen wurden.
Damit wurden die Niederländer, die keine missionarischen Ambitionen hatten, zur einzigen europäischen Nation mit wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zu Japan. Allerdings mussten sie ihren Handelsstützpunkt 1641 von Hirado im Norden von Kyushu auf die Insel Dejima verlegen, die ursprünglich für die Portugiesen angelegt worden war. Über die Gestalt dieser künstlichen Insel schreibt Siebold: „Man erzählt, daß der Shogun, als man ihn um die Form fragte, die er dem aufzuwerfenden Inselchen gegeben wünschte, seinen Fächer überreicht habe, um als Vorbild zu dem Staatsgefängnisse der Portugiesen zu dienen.“
In Nagasaki findet Siebold eine neue Heimat – und Raum für seine Forschungen
Siebold selbst fühlte sich auf der kleinen Insel, deren Größe etwa zwei Fußballfeldern entsprach, nicht wirklich gefangen, da er sie immer wieder verlassen konnte. Mithilfe seiner Schüler war es ihm gelungen, in Narutaki, heute ein Stadtteil Nagasakis, ein Grundstück mit einigen Häusern zu erwerben. Als maßgeblicher Wegbereiter und Vertreter der „Hollandwissenschaften“, auf japanisch rangaku, hielt er für japanische Ärzte und Forscher Vorlesungen über Natur- und Heilkunde. Auch als Arzt wurde er sehr rasch beliebt und angesehen, besonders wegen erfolgreicher Augenoperationen.
Auf Dejima selbst entfaltete Siebold ebenfalls eine rege Tätigkeit. Er verstand sich vor allem als Naturforscher in der Nachfolge seiner großen Vorbilder, des Deutschen Engelbert Kaempfer (1651–1716) und des Dänen Carl Peter Thunberg (1743–1828), die beide als Ärzte auf Dejima gelebt hatten. Er legte einen botanischen Garten an und sammelte Mineralien und Tiere, die ihm aus dem ganzen Land gebracht wurden.
Reisevorbereitungen vor dem großen Aufbruch nach Edo
Heute ist die fächerförmige Insel über Google Earth gar nicht so leicht auszumachen. Nagasaki ist weiter in die Bucht hinausgewachsen und hat sich das „Inselchen“ gleichsam einverleibt. Dejima ist jetzt ein Museum, Originalbauten aus Siebolds Zeit und den botanischen Garten gibt es nicht mehr. Der Gedenkstein existiert aber noch, den Siebold einst zur Erinnerung an Kaempfer und Thunberg errichten ließ. Die lateinische Inschrift lautet übersetzt: „Seht! Es grünen hier eure Pflanzen und blühen alljährlich, und liebevoll tragen sie Blumengewinde zum Gedenken derer, die sie pflanzten.“
Zwei Jahre lang hatte sich Siebold intensiv auf die Reise nach Edo vorbereitet. Er nahm alle verfügbaren Messinstrumente und Apparate mit, um unterwegs seine Forschungen betreiben zu können: Barometer, Thermometer, Chronometer und Sextanten, elektrische und galvanische Apparate und mehrere Mikroskope – und für seine ärztlichen Tätigkeiten eine tragbare Apotheke und chirurgisches Besteck.
Mit Bürger hatte er sich im Wesentlichen die Aufgaben geteilt. Während Siebold vor allem botanische und zoologische Studien betreiben wollte, sollte Bürger für Gesteinsproben und Vermessungen zuständig sein. Die Forschungen mussten allerdings mit größter Vorsicht und unter allerlei Verwänden vorgenommen werden, da zum Beispiel Landvermessungen offiziell verboten waren. Sie konnten als Spionage ausgelegt und streng bestraft werden.
Unter den japanischen Reiseteilnehmern befanden sich neben Dolmetschern, Wächtern, Dienern, Trägern und Köchen auch einige Schüler Siebolds als seine persönlichen Assistenten. Dazu kam der japanische Maler Kawahara Keiga, der Zeichnungen von bemerkenswerten Orten, Tieren und Pflanzen anfertigen sollte.
Und dann ging es los: „Unsere japanischen Begleiter erschienen mit einem zahlreichen Gefolge auf Dezima, wo sich bereits in aller Frühe Träger und Knechte mit Packpferden eingefunden hatten. … Wer nur Erlaubnis erhalten konnte, kam in die Faktorei, und eine Menge Volkes drängte sich aus Neugierde und freundschaftlichem Interesse nach der Jedostraße, wo der Eingang derselben liegt. Der Zug brach auf. Träger und Pferde bildeten den Vortrab. Wir folgten und gingen, stattlich gekleidet, unter dem Geleit unserer Landsleute und vieler japanischen Beamten und Offiziere hinter den Sänften einher, die uns feierlich vorangetragen wurden.“
Siebold sammelt Pflanzen, Eindrücke und Geschichten
Die erste Etappe führte bis Shimonoseki und dauerte eine Woche. „Die Landschaft war noch im Winterkleide“, vermerkt Siebold in seinem Tagebuch. Alles und jedes weckte sein Interesse, wie die Perlenfischerei in der Bucht von Omura, die Badeanstalten in Ureshino und Takeo, ein uralter Kampferbaum bei Sonogi, den schon Kaempfer bewundert hatte, eine Kohlenbrennerei, eine Kapelle mit einem pferdeköpfigen Schutzpatron der Reisenden und vieles andere.
Täglich wurden Pflanzen- und Gesteinsproben gesammelt sowie mehr oder weniger heimlich das Gelände vermessen. In Shimonoseki besuchten Siebold und Bürger den berühmten Amida-Tempel, in dem an die Schlacht von Sekigahara von 1600 erinnert wurde, mit der die Reichseinigung unter Tokugawa Ieyasu begann.
Wer heute von Shimonoseki nach Tokio will, nimmt den Shinkansen, den schnellsten Zug Japans, und ist auf dieser Strecke nur etwa viereinhalb Stunden unterwegs. Vor 200 Jahren war die übliche Route eine Schifffahrt durch die Inlandsee und ab Muro (heute Murotsu) wieder der Landweg. Siebolds Reisegesellschaft brauchte dafür, mit längeren Pausen, zirka fünf Wochen.
Von Shimonoseki ging es also mit dem Schiff weiter, rund 400 Kilometer bis Muro. Die Fahrt durch die Inlandsee war für Siebold der angenehmste Teil der „Hofreise“. Er genoss die Aussicht und findet dafür in seinem Bericht poetische Worte: „Seit unserer Fahrt in diesem Inselmeere verlebten wir die genussreichsten Tage unseres seitherigen Aufenthaltes in Japan. Bezaubernd schöne Inselansichten wechseln mit jeder Wendung unseres Schiffes, überraschend sind die Ansichten der Gestade von Nippon [Honshu] und Sikoku [Shikoku], welche sich zwischen den Inseln und Felsen öffnen – bald eine niedrige Hügelbildung mit grüner Saat und blühenden goldgelben Repsfeldern, belebt von Bauern- und Fischerhütten, bald schroffe Felsenwände mit Wasserfällen, oder hinter immer grünen Wäldern die herausragenden Zinnen fürstlicher Schlösser und zahlreiche Tempel und Klöster, womit die Gegend geschmückt ist.“
Einer der Tempel, an denen die Reisenden vorbeikamen, war der dem Abuto-Kannon geweihte Bandaiji. Zu diesem vermerkt Siebold: „Der einem Leuchtturm ähnliche Turm des Tempels ist fernhin sichtbar. Das Kloster und das Dorf Abuto liegt nahe dabei in einer Bucht, von kahlem Granitgebirge eingeschlossen. Seeleute und Reisende pflegen hier dem Abgotte zu opfern und seinen Beistand anzurufen. Das Opfer der Andächtigen besteht gewöhnlich in 12 Scheidemünzen Seni (eine auf jeden Monat im Jahre gerechnet), welche sie auf ein Brettchen binden und unter Gebet in die See werfen. Die zahlreichen Opfer werden durch Fischer, welche im Dienste der Mönche stehen, aufgefischt.“
Die Endstation der Schiffsreise war Muro, heute ein kleiner, verschlafener Fischerort, fernab touristischer Pfade. Aber es gibt dort ein kleines „Hofreisen“-Museum, das auch an Kaempfer und Siebold erinnert.
Siebold verstand seine Edo-Reise vor allem als Studienreise. Dementsprechend faktenreich und unpersönlich ist der Bericht gehalten, den er, basierend auf seinen Reisetagebüchern, gleich nach der Rückkehr nach Dejima abfasste und seit 1832 publizierte. Getragen sind seine Eintragungen von großer Wertschätzung für die japanische Lebensweise und Kultur. Die Originaltagebücher wurden erst aus dem Nachlass publiziert und vermitteln manchmal einen stärkeren Eindruck von Siebolds Gedanken- und Gefühlswelt als die überarbeiteten und ausführlicheren Texte.
Der Forscher dokumentiert auch seine persönlichen Gedanken
So heißt es im Tagebuch über eine enge Gasse mit „Freudenmädchen“ in Muro: „Obgleich die Schönheiten so gereiht waren, daß gerade die Jüngeren und Hübscheren im hellsten Lichte erschienen, so machte doch der Anblick dieser Geschöpfe, Opfer abgestumpfter aelterlicher Gefühle und physischer und moralischer Verdorbenheit auf uns keinen günstigen Eindruck und [wir] verliessen mit Wehemut und Abscheue diese Gruppe in sklavischer Gezwungenheit vor uns sitzender Mädchen, deren einzelne Gesichtszüge zu einem ganzen vereint mit einem vom Sturmwetter zerstörten Blumenbette zu vergleichen waren.“
Von Muro ging die Reise dann wieder auf dem Landweg weiter nach Osaka, der wirtschaftlichen Metropole des Landes, und nach Kyoto, dem Sitz des in der Tokugawa-Zeit machtlosen Kaisers. Die letzte Etappe bis Edo bildete schließlich die wichtigste Fernstraße des Reichs, der Tokaido. Die berühmten, seit 1832 publizierten 53 Farbholzschnitte von Utagawa Hiroshige vermitteln eindrucksvolle Bilder der Landschaft, in der auch Siebolds Reisegesellschaft unterwegs war.
Edo war damals der betriebsame Mittelpunkt des Reiches. Siebold wurde hier, wie schon in Kyoto, von ehemaligen Schülern und dankbaren Patienten mit Geschenken überhäuft. Er sammelte einfach alles, was er bekommen konnte: einfache Haushaltsgeräte ebenso wie seltene Lackobjekte und Porzellanwaren, Kimonos, Waffen, religiöse Objekte und vieles mehr. Auch in Edo wurde er als Arzt konsultiert und debattierte mit japanischen Ärzten und Forschern, die großes Interesse an der „Hollandwissenschaft“ zeigten.
Ausführlich beschreibt er in seinem Bericht die Stadt und das Schloss, das Leben und Treiben der Hofgesellschaft und der einfachen Leute. Auch über das eigentliche Ziel der Reise, die Audienz beim Shogun, berichtet Siebold, obwohl weder er noch der Faktoreileiter den aktuellen Herrscher Tokugawa Ienari zu Gesicht bekamen. „Die Ceremonie war beendigt“, schreibt Siebold, „und wir konnten noch von Glück sagen, daß die von Engelbert Kaempfer beschriebene, von Tanzen und Singen begleitete Privatvorstellung der Niederländer vor dem hinter durchsichtigen Bambusmatten versteckten Hofe inzwischen abgeschafft worden war.“
Am 18. Mai begann bei der berühmten Nihonbashi-Brücke die Rückreise nach Dejima, wo die Gesandtschaft „nach einer beinahe fünfmonatlichen Abwesenheit wohlbehalten von dieser beschwerlichen Reise“ am 7. Juli wieder eintraf.
Unter Spionageverdacht: Siebold wird auf Lebenszeit verbannt
Nach seiner Rückkehr nach Dejima wollte Siebold rasch mit seiner reichhaltigen Tier-, Mineralien- und Pflanzensammlung über Batavia nach Europa weiterreisen. Doch da wurde ihm seine enge freundschaftliche Beziehung zum Hofastronomen Takahashi Sakuzaemon zum Verhängnis. Da dieser ihm streng geheime geographische Karten verschafft hatte, wurde Siebold der Spionage verdächtigt, monatelang unter Arrest gestellt und schließlich auf Lebenszeit verbannt. 1830 musste er Japan verlassen und seine japanische Frau Sonogi sowie die 1827 geborene Tochter Oine zurücklassen. Oine wurde später die erste westlich ausgebildete Ärztin Japans.
Wieder in Europa, ließ sich Siebold im niederländischen Leiden nieder, wo er sich ganz der Bearbeitung der mitgebrachten Materialien widmen konnte. Hier entstanden die ersten Bände seines Hauptwerks „Nippon. Archiv zur Beschreibung von Japan und dessen Neben- und Schutzländern“, das heißt der Ryukyu-Inseln, Korea und Ezo (Hokkaido), seine „Fauna Japonica“ und die „Flora Japonica“.
1845 heiratete er Helene von Gagern, 1847 übersiedelte das Paar nach Boppard am Rhein, 1853 nach Bonn, 1864 schließlich nach Würzburg. 1852 bzw. 1854 wurden die Söhne Heinrich und Alexander geboren, die später ebenfalls enge Beziehungen zu Japan aufnehmen sollten. Nach der 1853 erzwungenen Öffnung Japans wurde Siebolds Verbannung 1858 aufgehoben. Im Jahr 1860 kehrte er noch einmal in sein Haus in Narutaki zurück und wurde kurzzeitig Berater der japanischen Regierung in Edo. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in München, wo er am 21. Oktober 1866 starb.
Mit seinen Werken wurde Siebold zum bedeutendsten deutschen Japan-Kenner des 19. Jahrhunderts. Wenn auch sein ganz der Zeit verpflichteter enzyklopädischer Ansatz in manchen Teilen veraltet ist, so ist sein Verdienst um die Erweiterung des Wissens um Japan im Westen unbestritten. Seine Sprachforschungen wiederum machten ihn zum Begründer der Japanologie in Deutschland. In Japan selbst ist Siebold bis in die Gegenwart sehr bekannt und wird als einer der bedeutendsten Vermittler westlicher Wissenschaft hoch geschätzt.
Siebolds Leben und Werk sind heute an mehreren Orten präsent. Die reichhaltigsten Sammlungen befinden sich im Wereldmuseum Leiden und im dortigen Siebold-Haus. Viele ethnographische Objekte besitzt außerdem das Museum Fünf Kontinente in München. Sein Geburtsort Würzburg widmet ihm ebenso ein eigenes Museum wie Nagasaki, wo er während seiner Japan-Aufenthalte lebte und arbeitete.
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