Ermöglicht hatte die Rettungsaktion ein Deal mit dem Teufel: Am 19. Februar 1945 traf sich der Vizepräsident des Schwedischen Roten Kreuzes, Graf Folke Bernadotte, mit Heinrich Himmler, um über Hilfsaktionen für skandinavische Gefangene in Deutschland zu verhandeln. Der Reichsführers SS erhoffte sich durch die Verbindungen der neutralen Schweden Kontakte zur britischen Regierung – Himmler wollte zur Abwendung einer totalen Niederlage einen Waffenstillstand mit den Westalliierten aushandeln.
Himmler verweigerte zwar die Freilassung der skandinavischen Gefangenen, stimmte aber zu, sie im Lager Neuengamme bei Hamburg sammeln und dort vom Schwedischen Roten Kreuz betreuen zu lassen. Für diese geheimzuhaltenden Aktionen wurde von deutscher Seite keinerlei Unterstützung bereitgestellt – sie sollten allein von den Schweden organisiert werden. Nach Beginn der Hilfsaktion konnte sie durch zähe Verhandlungen mit hochrangigen nationalsozialistischen Funktionären schließlich ausgeweitet werden: Es kam zum Abtransport von Skandinaviern bis hin zur Freisetzung auch anderer Häftlingsgruppen.
Die Rettung kam mit weißen Bussen
200 dänische und schwedische Fahrzeuge kamen bei den Transporten zum Einsatz. Sie waren weiß und trugen ein rotes Kreuz. Rund 450 Personen beteiligten sich an den riskanten Aktionen: Fahrer, Ärzte, Krankenschwestern und weitere freiwillige Helfer. Bis zur Befreiung Dänemarks am 5. Mai 1945 konnten durch die wiederholten Fahrten 7000 Dänen und Norweger gerettet werden – die restlichen 10.000 stammten aus anderen Ländern.
An diese dramatische Rettungsaktion wird die Sonderausstellung im dänischen Nationalmuseum nun bis zum 3. Januar 2016 erinnern. Sie erzählt die Geschichte der Menschen, die damals ihr Leben riskierten, um andere vor Leid und Tod zu bewahren. Der Besucher wird in der Ausstellung durch 15 Szenen geführt, die einen Eindruck der Geschehnisse vermitteln sollen. Die Erlebnisse der in die Konzentrationslager verschleppten Opfer wird erzählt, die Planung und Durchführung der Rettungsaktion dargestellt und viele ergreifende Details von persönlichen Schicksalen präsentiert. Auch einer der weißen Busse ist zu bewundern. Er vermittelt einen Eindruck, wie es war, mit Hoffnung im Herzen aus der Hölle gefahren zu werden.





