Im 19. Jahrhundert war Russland eines der wichtigsten Auswanderungsländer für Schweizer; bis 1917 lebten über 20.000 von ihnen in Russland und arbeiteten als Unternehmer, Bäcker oder Lehrer. Umgekehrt zog es auch Russen und Russinnen in die liberale, demokratische Schweiz, wo Pressefreiheit herrschte und Frauen an den Universitäten studieren konnten. Bekanntester Exilant war Wladimir Iljitsch Lenin, der sechs Jahre in Genf, Bern und Zürich lebte. Sein Schreibtisch aus seiner Zürcher Wohnung ist in der Schau zu sehen.
Lenin kehrte im April 1917 nach Russland zurück und stürzte mit seinen Bolschewiki im Oktober die provisorische Regierung. Nach der Revolution brach die Schweiz die diplomatischen Beziehungen zu Russland ab; sie wurden erst 1946 wiederaufgenommen. Auf 26 Schreibtischen kann man die Ereignisse in Russland bis 1932 verfolgen: vom Bürgerkrieg über die Hungersnot und Stalins Triumph bis zum GULag. Der Katalog ist im Sandstein Verlag, Dresden, erschienen.





