Die feurige Sprachgewalt des Publizisten wurde den preußischen Machthabern jedoch zunehmend unbequem. Aus seiner bitteren Enttäuschung über die Geheimdiplomatie während des Wiener Kongresses, die eine Rückkehr zur Kabinettspolitik vorsah, machte Görres keinen Hehl. Zerronnen sah er nun seine Hoffnungen auf eine christliche Staatsordnung, getragen von der Eintracht zwischen Fürsten und Völkern. „Der Himmel hat aber die Fürsten zum Wohle der Gesamtheit eingesetzt“, befand er, und: „auch die Rechte der Völker sind von Gott …“ Das war zuviel. Eine Kabinettsordre vom 3. Januar 1816 verbot ihm jede publizistische Tätigkeit und bedeutete das Aus für den „Rheinischen Merkur“ – bis zu seiner Neugründung im Jahr 1946.





